Wien/Accra. Ebola beginnt mit den typischen Symptomen einer Grippe: Fieber, Kopfschmerzen, einem Schwächegefühl. Doch dann entwickeln sich rasch starke innere Blutungen, die für den Betroffenen sehr oft mit tödlichen Folgen enden. Ein Heilmittel für das hochgefährliche Virus gibt es bisher noch nicht. Bisher war Ebola stets lokal begrenzt und konnte damit relativ schnell eingedämmt werden. Doch das hat sich dieses Mal geändert.

"Was den derzeitigen Ebola-Ausbruch von vorherigen Situationen unterscheidet, ist seine geografische Verbreitung", erklärt Irene Jancsy, die Kommunikationsleiterin bei "Ärzte ohne Grenzen" in Österreich gegenüber der "Wiener Zeitung". Das Virus hat sich bereits in drei Ländern - Guinea, Liberia und Sierra Leone - ausgebreitet. Das mache die Lage sehr kompliziert, so Jancsy.

Der Ausgangspunkt der jetzigen Epidemie lag in Guinea, jedoch verbreitete sich das Virus schnell auf die anderen Staaten und deren Regionen, da die Menschen, besonders in den Grenzbereichen, viel unterwegs sind. "Ebola ist in Westafrika neu. Die Staaten waren nicht vorbereitet und haben auch keine Erfahrung mit dem Virus." Seit dem Ausbruch von Ebola im Februar sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 467 Menschen der Krankheit erlegen - Tendenz stark steigend.

Der Vormarsch von Ebola in Westafrika hat nun auch die Regierungen der betroffenen Staaten zum Handeln veranlasst: In der Nacht zum Freitag haben sie sich in der ghanesischen Hauptstadt Accra auf einen gemeinsamen Aktionsplan verständigt. Teile des Planes sehen die Früherkennung von Erkrankungen und eine verbesserte Zusammenarbeit mit der WHO vor.

"Es ist ein ordentlicher, umfassender Plan. Die WHO ist zufrieden damit", kommentiert Sprecher Daniel Epstein die Anstrengungen. Laut Epstein ist insbesondere der Aufbau eines Überwachungs- und Kontrollzentrums in Guinea, von wo aus der Kampf gegen das Virus koordiniert wird, von besonderer Bedeutung. Der Plan sei allerdings kein Selbstläufer. Vielmehr rechnet er mit monatelangen Kraftanstrengungen, um das Virus einzudämmen.

Der Entdecker von Ebola, Dr. Peter Piot, hält die Dimension des jetzigen Ausbruchs für "beispiellos". "Das ist das erste Mal, dass wir Fälle in Hauptstädten haben", sagte er in einem Gespräch mit CNN. Seiner Ansicht nach müssten die betroffenen Staaten den nationalen Notstand ausrufen.

Bräuche fördern Verbreitung