Wien. Seit Monaten breitet sich in Westafrika ein besonders aggressiver Ebola-Virusstamm aus. Mehr als 1.200 Menschen wurden nach WHO-Angaben bisher infiziert, mehr als 700 von ihnen starben. Betroffenen sind vor allem die Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone, auch in Nigeria ist es bereits zu Infektionen gekommen. Was ist Ebola und was kann man dagegen tun?

Was ist Ebola?

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst hämorrhagisches mit Blutungen einhergehendes Fieber aus. Das Ebolafieber eine meldepflichtige Infektionskrankheit. Es ist nach dem Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo benannt. Zum ersten Mal wurde es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses beobachtet. Je nach Ausbruch sterben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge 25 bis 90 Prozent der Patienten daran.


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Informationen über Ebola von der WHO
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Wie wird es übertragen?

Von Mensch zu Mensch wird das Ebolavirus durch den Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von erkrankten Menschen oder Verstorbenen übertragen. Aufgrund dieses Infektionswegs lassen sich Ebolaepidemien durch Isolierung der Erkrankten und Schutzkleidung für pflegende Angehörige und medizinisches Personal zuverlässig eindämmen. Eine Übertragung der Viren von infizierten, aber nicht erkrankten Tieren, darunter insbesondere Affen, Antilopen und Fledermäuse, auf den Menschen ist durch den Kontakt mit deren Blut und durch den Verzehr von Wildtieren möglich. Die höchste Risikogruppe sind Pflege- und medizinisches Personal, die mit Erkrankten zu tun haben. Sie müssen daher Schutzkleidung, Handschuhe und Mundschutz tragen.

Welche Symptome ruft das Ebola-Virus hervor?

Die Inkubationszeit beträgt laut WHO zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Hinzu können schneller Gewichtsverlust und Lungenentzündungen kommen, später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es kommt zu schweren Gewebe- und Organblutungen. Die Patienten verbluten innerlich und äußerlich. Typisch sind auch Hautblutungen durch geplatzte Gefäße.

Welche Behandlung gibt es?

Es gibt weder eine Impfung noch ein Heilmittel. Die Patienten brauchen intensive Pflege und bekommen intravenös Flüssigkeiten und oral Salze verabreicht. Die Behandlung von Patienten soll Komplikationen vermeiden - auch mit intensivmedizinischen Maßnahmen in entsprechend eingerichteten Infektionsabteilungen.

Die richtige symptomatische Behandlung der Patienten (unter anderem mit Paracetamol gegen Fieber, Antibiotika gegen Folge-Erkrankungen und Maßnahmen gegen Dehydrierung) kann die Überlebenschancen steigern. Und je früher die Kranken behandelt werden, desto größer ist ihre Überlebenschance, und die Chance, dass sie ihre Angehörigen nicht anstecken.

Warum gibt es kein Heilmittel?

Es ist generell schwierig, Medikamente oder Impfungen zur Behandlung von Krankheitserregern durch Tiere zu finden. Und wie bei vielen so genannten vernachlässigten tropischen Krankheiten gibt es keinen lukrativen Mark der Pharmaindustrie, weswegen sie kaum in die Forschung investiert. Strikte Hygiene-Vorgaben, Desinfektionen und die Isolierung von Kranken sind derzeit die einigen Schutzmaßnahmen.

Warum kommt es immer wieder zu Epidemien?

Es besteht immer das Risiko, dass Jäger infizierte Tiere erlegen; über die Nahrungskette gelangen die Viren dann zum Menschen. Allerdings sind Epidemien selten, die Todesrate ist aber meist sehr hoch.

Welche Gefahr besteht durch den Flugverkehr?

Theoretisch könnte jemand, der mit dem Virus infiziert ist, durch seine Reise einen Ausbruch im Zielland auslösen. Allerdings sind bei der Einreise die Kontrollmechanismen gegen Infektionen vor allem in den industrialisierten Ländern sehr streng; auch würde man das Virus schnell eindämmen können.