Los Angeles. Nach der Erschießung eines Obdachlosen durch Polizisten in Los Angeles haben dutzende Menschen am Dienstag vor dem Sitz der Polizei gegen den Einsatz protestiert. Auf Schildern prangerten sie die Polizeigewalt an und forderten den Rücktritt des Polizeichefs von Los Angeles, Charlie Beck.

"Wer ist hier verantwortlich, ein geistig zurückgebliebener Mensch oder schlecht ausgebildete Beamten?", sagte K.W. Tulloss von der Bürgerrechtsorganisation National Action Network. Ein Vertreter eine Lobbygruppe für Arme forderte die Polizei auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Mann war am Sonntag im Stadtteil Skid Row, in dem zahlreiche Obdachlose leben, nach einem heftigen Streit von der Polizei erschossen worden. Aufnahmen des Vorfalls wurden im Internet veröffentlicht. Nach Darstellung der Polizei versuchte der Mann, einem der Beamten seine Dienstwaffe abzunehmen. Daraufhin hätten die Polizisten das Feuer eröffnet, hieß es am Montag.

Über das Opfer ist bisher wenig bekannt. In Skid Row kannten ihn die Menschen unter dem Spitznamen "Africa". Die Zeitung "LA Times" berichtete am Dienstag, bei dem Mann handle es sich um einen 39-jährigen vorbestraften Franzosen. Das französische Außenministerium dementierte dies am späten Dienstagabend jedoch. Überprüfungen hätten ergeben, dass der Tote kein französischer Staatsbürger war, hieß es.