Falls weitere Wrackteile gefunden werden, könnten die Forscher die Simulation noch wesentlich verbessern.
Falls weitere Wrackteile gefunden werden, könnten die Forscher die Simulation noch wesentlich verbessern.

Seit 16 Monaten wird nach der verschollenen Boeing 777 der Malaysia Airlines (MH370) im Indischen Ozean gesucht. Nachdem vor einigen Wochen ein Wrackteil auf der Insel La Réunion aufgetaucht ist, haben Kieler Meeresforscher versucht, die Spur des mutmaßlich zu der vermissten Boeing gehörenden Flugzeugteils zurückzuverfolgen. Die jetzt abgeschlossenen Computersimulationen zeigen, dass es aus dem östlichen äquatorialen Indischen Ozean stammen könnte.

Arne Biastoch und Jonathan Durgadoo vom Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung rechneten Strömungen und die mögliche Drift einer Ende Juli am Strand der Insel La Réunion vor Ostafrika gefundenen Flügelklappe einer Boeing 777 zurück.

Die Rückrechnung mit Hilfe der virtuellen Partikel lieferte ein sehr großes Gebiet im östlichen äquatorialen Indischen Ozean als wahrscheinlichstes Herkunftsgebiet, aus dem das Wrackteil stammen könnte.

MH370 Simulation 01

Es liegt westlich von Sumatra und Java, etwa 6.000 Kilometer von La Réunion entfernt. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass deswegen der momentane Fokus der Suche südwestlich von Australien zu weit südlich liegen könnte", so Dr. Durgadoo. Allerdings räumt er ein, dass auf der Basis nur eines einzigen Wrackteils eine genauere Eingrenzung des Gebietes gegenwärtig noch nicht möglich ist. "Weitere Wrackteile wären notwendig, um präzisere Aussagen treffen zu können", resümiert Professor Biastoch.

Die Forscher betonen , dass die bisherigen Daten nicht ausreichen, um der australischen Regierung bereits ein geändertes Suchgebiet zu empfehlen. "Unsere Berechnungen sind ein weiteres Puzzleteil, um das große Rätsel um MH370 zu lösen", sagte Biastoch.

Die Boeing 777 verschwand auf dem Flug MH370 von Kuala Lumpur nach Peking am 8. März 2014 von den Radarschirmen.