Rom/Marseille/Goslar. Italien stöhnt schon seit Wochen unter einer Hitzewelle und extremer Trockenheit. Die Regierung in Rom hatte bereits im Juni den Notstand in den norditalienischen Provinzen Parma und Piacenza ausgerufen. 8,65 Millionen Euro wurden freigegeben, um Landwirte und Viehzüchter zu unterstützen.

Die norditalienischen Regionen entlang des Flusses Po haben nun beschlossen, wegen der schweren Dürre die Wassermengen zu reduzieren, die für die Landwirtschaft aus Italiens längstem Fluss gepumpt werden. Die Maßnahme tritt ab kommendem Montag in Kraft. Einige Gemeinden in Berggebieten von Piacenza, Parma und Bologna mussten bereits durch Tanklaster mit Wasser versorgt werden. Das Frühjahr 2017 belegte laut Statistiken des Forschungsinstituts CNR Platz zwei im Ranking der trockensten Jahreszeiten seit dem Jahr 1800.

Am Dienstagnachmittag suchte unterdessen heftiger Hagel mehrere Adria-Badeortschaften heim. Badegäste posteten auf Facebook Bilder der mit Hagel übersäten weißen Adria-Strände von San Benedetto del Tronto und von Grottamare. Heftige Niederschläge wüteten auch in Jesolo und in der Provinz Venedig. Die Landwirtschaft meldete schwere Schäden. Unweit des Hafens Giulianova wurden die Leichen von zwei Fischern geborgen, nachdem ihr Boot vermutlich wegen der hohen Wellen gekentert war. In Südfrankreich wiederum haben wegen der verheerenden Waldbrände in der Nacht auf Mittwoch rund 10.000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Durch ein neues Feuer seien nahe der Ortschaft Bormes-les-Mimosas mindestens 400 Hektar verbrannt, teilte die Feuerwehr mit. Auch die Mittelmeerinsel Korsika ist von den Bränden betroffen. Eine Hitzewelle quält auch die Menschen auf der Mittelmeerinsel Zypern seit Wochenbeginn. Sie soll am Mittwoch und Donnerstag ihren Höhepunkt erreichen.

Laut Deutschem Wetterdienst sind in knapp zwei Tagen in der Mitte Deutschlands - von Südniedersachsen über Teile Thürigens und Hessens bis nach Nordbayern - mehr als 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen worden. Der niedersächsische Landkreis Goslar hat am Mittwoch wegen Überschwemmungen offiziell Katastrophenalarm ausgerufen. In der Stadt Goslar traf das Hochwasser mit braunen Fluten die gesamte Innenstadt.