Miami. Der Gouverneur von Florida, Rick Scott, hat die Bewohner des US-Bundesstaates eindringlich vor den Folgen des Hurrikans "Irma" gewarnt. Der Sturm könne der schlimmste werden, dem Florida je ausgesetzt gewesen sei, sagte Scott am Mittwoch dem Sender ABC. "Ich möchte, dass jeder versteht, um was es hier geht", sagte Scott. Alle Einwohner sollten sich für drei Tage mit Wasser und Nahrungsmitteln eindecken. "Nehmt, was ihr braucht, aber nehmt nicht mehr", sagte Scott mit Hinweis auf mögliche Versorgungsengpässe.

"Irma" ist am Mittwoch über mehrere karibische Inseln hinweggezogen und dürfte am Samstag den US-Bundesstaat Florida erreichen. Damit wäre "Irma" binnen zweier Wochen der zweite Wirbelsturm mit potenziell katastrophalen Folgen, der das Festland der USA heimsucht.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) der USA teilte mit, der Wirbelsturm der höchsten Stufe 5 passiere die Insel St. Martin östlich von Puerto Rico, das zum Territorium der USA gehört. Die Windgeschwindigkeit lag dem NHC zufolge in der Spitze bei 295 Kilometern pro Stunde.

"Irma" sei einer der stärksten Hurrikane, die jemals in der Karibik und an der Ostküste der USA verzeichnet worden sind.

Der Gouverneur von Puerto Rico, Ricardo Rossello, rief die Einwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. 460 Schutzräume standen bereit. Auf Antigua wurden Dächer abgedeckt. Dort und auf Barbuda fiel der Strom aus. "Wir kauern uns zusammen, es ist sehr stürmisch", sagte der Chef des Rundfunksenders ABS auf Antigua, Garfield Burford. "Der Wind ist die größte Bedrohung." In Süd-Florida wurden erste Schulen geschlossen. In den Florida Keys - einem beliebten Touristengebiet - ordneten die Behörden die Evakuierung an.

Trump "beobachtet genau"

US-Präsident Donald Trump twitterte, er beobachte den Wirbelsturm genau. "Mein Team, das in Texas so einen guten Job gemacht hat und noch immer macht, ist schon in Florida. Keine Verschnaufpause!" Der Süden der USA kämpft noch mit den Folgen von "Harvey". Der Hurrikan der Stufe 4 hatte Ende August die Küste von Texas heimgesucht und dort vor allem durch lang anhaltende, sintflutartige Regenfälle für erhebliche Zerstörungen gesorgt. Schätzungsweise 60 Menschen kamen durch "Harvey" in Texas und im benachbarten Louisiana ums Leben, über eine Million Menschen mussten vorübergehend ihre Häuser verlassen.