Washington. (red) Nachdem US-Präsident Donald Trump offiziell mit seinem Ex-Chefberater Steve Bannon gebrochen hat, hat dieser jetzt sein Bedauern ausgedrückt. Die Zitate, die im neuen Enthüllungsbuch über Trump für Furore sorgen, hat Bannon aber nicht zurückgenommen.

Er hat Trumps ältesten Sohn des Verrats bezichtigt, weil dieser im Wahlkampf Kontakt zu Russland gesucht hat. Bannon bekundete jetzt in einer Erklärung seine "unerschütterliche Unterstützung" für den US-Präsidenten. Er "bedaure", dass seine späte Reaktion über die "fehlerhafte Berichterstattung" bezüglich seiner Äußerungen über Donald Trump junior "die Aufmerksamkeit von den historischen Leistungen des Präsidenten abgelenkt" habe.

In dem Bestseller-Buch "Fire and Fury: Inside the Trump White House" (Feuer und Wut: In Trumps Weißem Haus) zitiert Autor Michael Wolff Bannon mit dem massiven Vorwurf, Trumps ältester Sohn habe sich höchst "unpatriotisch" verhalten.

Bei dem Gespräch mit einer russischen Anwältin ging es um möglicherweise kompromittierendes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton. An der Begegnung im New Yorker Trump Tower hatten auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Wahlkampfleiter Paul Manafort teilgenommen. Dem Treffen kommt besonderes Gewicht zu, weil ein Sondermittler untersucht, ob es zwischen dem Trump-Lager und Russland Absprachen zu einer Wahlbeeinflussung gegeben hat.

Bannon erklärte dazu nun, Donald Trump junior sei "ein Patriot und ein guter Mensch". Er habe seinen Vater immerfort unterstützt und die "Agenda, die dazu beigetragen hat, unser Land umzukrempeln". Trumps Ex-Berater führte aus, seine Erfahrung als Marinesoldat auf der Jagd nach sowjetischen U-Booten während des Kalten Krieges habe seine Äußerungen über das Treffen mit der russischen Anwältin beeinflusst. Eigentlich habe seine Kritik dem erfahrenen Kampagnenchef Manafort gegolten, "der hätte wissen müssen", dass die Russen "doppelzüngig, gerissen und nicht unsere Freunde sind".

Der Publizist Michael Wolff, der "Fire and Fury" verfasst hat, lässt kein gutes Haar an Trump. Er wird als desinteressiert, unreif, paranoid, jähzornig und narzisstisch geschildert. Laut Wolff ist Trump nicht fähig, das Präsidentenamt auszuüben. "Er hatte irgendwie die Präsidentenwahl gewonnen, aber sein Hirn schien außerstande, die Funktionen zu erfüllen, die für seinen neuen Job wesentlich sein würden. Er war unfähig, zu planen, zu organisieren, zuzuhören und seine Aufmerksamkeit von einem zum nächsten Thema zu lenken", schreibt Wolff. Auch sei Trump ein funktionaler Halbanalphabet.