Damaskus. Mehr als 900 Zivilisten sind nach Angaben von Aktivisten seit dem 18. Februar bei der Offensive der syrischen Regierungstruppen auf die Rebellenenklave Ost-Ghuta getötet worden. Bei neuen Luftangriffen auf die Ortschaft Samalka seien sieben Zivilisten ums Leben gekommen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag.

Damit sei die Opferzahl auf 905 gestiegen, darunter seien mindestens 188 Kinder. Die in Großbritannien ansässige Organisation bezieht ihre Informationen von Ärzten und Aktivisten vor Ort. Für Medien sind sie kaum zu überprüfen.

Ost-Ghuta zweigeteilt

Syriens Machthaber Bashar al-Assad ist entschlossen, die Rebellenenklave vor den Toren der Hauptstadt zurückzuerobern. Laut der Beobachtungsstelle haben seine Truppen bereits mehr als 50 Prozent der Gebiete eingenommen, die bisher von zumeist islamistischen Rebellen kontrolliert wurden.

Berichten zufolge ist Ost-Ghuta zweigeteilt: Die syrische Armee habe einen Keil in die Rebellenenklave getrieben, berichtete ein regierungstreuer Milizkommandant am Donnerstag. Ein Sprecher der Rebellengruppe Failak al-Rahman wies hingegen die Berichte über eine Teilung des Gebietes östlich von Damaskus zurück.

Die östlichen Vororte von Damaskus werden seit 2013 von der Armee belagert. Knapp 400.000 Menschen leben dort unter katastrophalen humanitären Bedingungen. Internationale Bemühungen um eine Waffenruhe, um Hilfslieferungen zu ermöglichen und Verletzte zu bergen, blieben weitgehend erfolglos. Ein für Donnerstag geplanter UNO-Hilfskonvoi für Ost-Ghuta musste wegen der Kämpfe verschoben werden.