Der ostafrikanische Viktoriasee ist das berühmteste stehende Gewässer des Kontinents. Doch der Pflanzen- und Tierreichtum des Sees ist bedroht. Etwa 20 Prozent der Arten, die in und an dem größten See Afrikas leben, seien vom Aussterben bedroht, darunter Fische, Krabben, Libellen und Wasserpflanzen, berichtet die Weltnaturschutzunion IUCN.

Dies sei auch eine große Gefahr für die Menschen, deren Lebensgrundlage der See bilde. Für ihren Report hatte die IUCN den weltweiten Gefährdungsstatus von 651 Arten analysiert, die alle auch im Viktoriasee-Becken vorkommen. 204 davon seien sogar einzig nur dort zu finden. Sie sind somit endemisch für diese Region. Von diesen seien sogar 76 Prozent vom Aussterben bedroht.

Industrie, Überfischung, invasive Arten

Das Aussterben der Lebewesen könne für die Menschen, für die der See die Lebensgrundlage bilde, "desaströs" sein, sagte Will Darwall von IUCN, Mitautor der Studie. Nach Angaben der Weltbank sind rund 40 Millionen Menschen direkt oder indirekt auf den See angewiesen. Der Viktoriasee ist der größte See in Afrika. Er liegt in den Ländern Uganda, Tansania und Kenia.

Wasserhyazinthen, hier bei Kisumu, überwuchern große Teile des Sees. - © IUCN Press
Wasserhyazinthen, hier bei Kisumu, überwuchern große Teile des Sees. - © IUCN Press

Als Gründe für die Gefährdung nennt die IUCN vor allem Verschmutzung durch Industriebetriebe, Überfischung. Dazu kommen invasive Arten. die die ursprüngliche Biodiversität bedrohen. Die aus Südamerika stammende Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) gelangte unbeabsichtigt in den See. Das Gewächs bildet riesige Teppiche, unter denen der Sauerstoffgehalt stark reduziert wird.

Zu den bedrohten Tieren gehören der Frosch Xenopus victorianus, der Wels Xenoclarias eupogon und der Äthiopische Lungenfisch (Protopterus aethiopicus).