Köln/Tokio. Das deutsch-französische Messgerät "Mascot" hat seine Erkundung des fernen Asteroiden Ryugu beendet - und arbeitete dabei länger und ertragreicher, als Forscher erwartet hatten. Alle wissenschaftlichen Daten konnten nach Plan zur japanischen Muttersonde "Hayabusa2" übertragen werden, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln am Freitag mitteilte.

"Erstmals ist es damit gelungen, die Oberfläche eines Asteroiden in diesem Umfang mit einer Landesonde zu erkunden", sagte Hansjörg Dittus, DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie. "Mascot" war nach vierjähriger Reise durchs Weltall am frühen Morgen des 3. Oktobers sicher auf dem etwa 300 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden gelandet. Die Forscher erhoffen sich von ihm wichtige Erkenntnisse über die Entstehung der Erde und zur Abwehr von Asteroiden-Einschlägen.

Drei Sonnenauf- und -untergänge, drei Hüpfer

Dank eines eingebauten Schwungarms bewegte sich der Würfel von der Größe einer Mikrowelle hüpfend über Ryugus Oberfläche. "Anfänglich war er nach einem ersten automatischen Korrektur-Hüpfer in einer ungünstigen Lage", so Operationsmanager Christian Krause. Mit einem weiteren Hüpfer habe man "Mascot" dann in eine günstige Position manövrieren können.

Die Batterie des Raumlabors hielt nicht wie erwartet 16 Stunden, sondern mehr als 17 Stunden. Dreimal ging für "Mascot" in der Zeit die Sonne auf und wieder unter, und insgesamt dreimal vollführte er dabei Hüpfer. Neben Bildern lieferten Messgeräte Daten zur Temperatur, zu magnetischen Eigenschaften und zur Zusammensetzung des erdnahen Asteroiden. "Die Auswertung der reichhaltigen Daten hat gerade erst begonnen", sagte Projektmanagerin Tra-Mi Ho vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme.

"Mascot" bleibt nun als stiller Begleiter auf dem fernen Asteroiden zurück. Die Mission der Raumsonde "Hayabusa2" geht jedoch weiter. Sie soll sich Ryugu so weit nähern, dass sie Material von der Oberfläche einsammeln kann. Ende 2019 soll die Sonde dann zur Erde zurückkehren.