Wien. Zwar wurde das neue Wiener Tierhaltegesetz doch noch nicht am Donnerstag im Landtag beschlossen, weil es FPÖ und Neos blockiert haben. Doch die rot-grüne Stadtregierung will es nächste Woche im Alleingang umsetzen, wie sie ankündigte.

Wie berichtet, sieht das neue Gesetz u.a. Verschärfungen wie eine generelle Beißkorbpflicht für sogenannte Kampfhunde vor. Und der wichtigste Punkt: Ab spätestens Ende Jänner 2019 müssen alle Hundebesitzer einen Kurs absolvieren, um die artgerechte Haltung des Tieres zu gewährleisten - also sogenannte Sachkundenachweise erbringen. Diese Art von Kursen gibt es derzeit nur in Oberösterreich, Salzburg und in der Steiermark. In den meisten anderen Bundesländern gibt es nur verpflichtende Kurse bei der Anschaffung von Listenhunden.

In Oberösterreich setzt der Sachkundenachweis seit 2003 eine mindestens dreistündige theoretische Ausbildung voraus. In Salzburg ist für die Haltung von nicht gefährlichen Hunden seit 2013 ein Nachweis über den Besuch von mindestens zwei theoretischen Kursstunden zu erbringen. Für die Haltung von "gefährlichen Hunden" ist ein Nachweis von mindestens zehn Stunden erforderlich - inklusive Praxisteil.

In der Steiermark braucht man als Hundebesitzer seit 2012 einen "Hundekundenachweis". Der entsprechende Kurs dauert in etwa vier bis sechs Stunden. Wer den Nachweis nicht erbringt, wird mit der Zahlung der doppelten Hundesteuer bestraft. Alternativ lässt sich aber auch die Begleithundeprüfung absolvieren.

Regelungen in anderen Städten

In vielen europäischen Städten herrschen strenge Regeln vor allem für das Halten von Kampfhunden. Die meisten Städte führen Listen mit gefährlichen Rassen. In Hamburg gilt etwa für Rottweiler und deren Mischlinge Leinen- und Maulkorbpflicht.

In Berlin herrscht für gefährliche Hunderassen in der Öffentlichkeit Leinen- und Maulkorbpflicht. Nur in gekennzeichneten Gebieten dürfen diese Hunderassen ohne Leine laufen, müssen aber einen Maulkorb tragen.

In Kopenhagen gilt - wie in ganz Dänemark - seit 2010 ein strenges Hunderasseverbot. Listenhunde, die vor März 2010 angeschafft wurden, müssen auf öffentlichen Wegen an einer maximal zwei Meter langen Leine geführt werden und einen festverschlossenen Maulkorb tragen.

In Paris und ganz Frankreich gelten zwei Listen für Kampfhunde: Während die Einfuhr der Hunde aus "Kategorie 1" vollständig verboten ist, gilt für "Kategorie 2" eine Maulkorb- und Leinenpflicht, Öffis dürfen nicht benutzt werden. In Belfast und Nordirland gibt es eine Liste verbotener Hunde. Wenn die Behörden den Handel oder die Zucht verbotener Hund erkennen, drohen Haftstrafen von bis zu 6 Monaten sowie hohe Geldstrafen.

Erkennen die Behörden einen verbotenen Hund, kann dieser eingeschläfert werden. In London und England gelten sehr ähnliche Bestimmungen.

Keine Hunde im Zoofachhandel

Übrigens hat der Nationalrat am Donnerstag ein Verbot der Haltung von Hunden und Katzen in heimischen Zoofachhandlungen per Anfang 2019 beschlossen. Zum Verkauf angebotene Tiere sollen künftig in Pflegestellen untergebracht werden.