Wien. Die Ecke Wehlistraße/
Haussteinerstraße in der Leopoldstadt neben der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) ähnelt einem verwilderten Park. Geht es nach der Besitzerin des Areals, der PVA, sollen Bäume und Hecken dort einer Hochgarage für 450 Fahrzeuge weichen. Dagegen hat sich eine Bürgerinitiative geformt. "Lebensraum statt Verkehrsstau" befürchtet ein Absinken der Lebensqualität für die Anrainer durch den Garagenbau und die Zerstörung eines der letzten Grünstreifen entlang des Handelskais. "Grundsätzlich spricht aus baurechtlicher Sicht nichts gegen den Bau, da das Vorhaben der derzeit gültigen Bauordnung und Flächenwidmung entspricht", betont ein PVA-Sprecher gegenüber der "Wiener Zeitung".

Derzeit gibt es bei der Hauptstelle der PVA rund 800 Stellplätze. 40 Meter vom PVA-Gebäude entfernt befinde sich laut Bürgerinitiative ein "nie ausgelasteter" Parkplatz. Zudem würden sich ohnehin die Stationen Handelskai als auch Vorgartenstraße als öffentliche Verkehrsknotenpunkte in der Nähe befinden und zwei Buslinien direkt vor der PVA halten, sagt sie. Eine zusätzliche Hochgarage mache laut Anrainern also keinen Sinn.

20 Jahre Warten auf Parkplatz

Bei der PVA sieht man das anders und betont, dass sich am Standort Wien sowohl die Hauptstelle, die Landesstelle Wien als auch das Zentrum für Ambulante Rehabilitation Wien (ZAR) befänden. Insgesamt arbeiten dort 2000 Personen, "viele von ihnen kommen aus Niederösterreich oder dem Burgenland", wie ein Sprecher betont. Außerdem müssen sich die Pendler die Garagenplätze mit den Patienten des ZAR teilen. Feste Angestelltenparkplätze werden daher kaum vergeben, die Wartezeiten betragen etwa 20 Jahre, heißt es seitens der PVA.

Aber auch für oft gehbehinderte Patienten, die zur Rehabilitation ins ZAR Wien kommen und Versicherte, die zu Informationszwecken die Landesstelle aufsuchen, wären die weiten Strecken zu Fuß auf Dauer nicht zumutbar. Die PVA sieht die Hochgarage für diese Gruppen daher als deutliche Erleichterung.

Bei der Bürgerinitiative ist man von diesen Vorteilen wohl nicht ganz überzeugt und befürchtet steigende Lärm- und Schadstoffbelastung. Außerdem sieht sie die in der Umgebung vonseiten des Bezirks getroffenen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung gefährdet. "Verkehrsberuhigung ist wichtig. Gleichzeitig muss auch gesagt werden, dass Pkw-Fahrer, die auf der Suche nach einem Parkplatz sind, auch nicht zur Verkehrsberuhigung beitragen", kontert man indes bei der PVA.