Wien. Ein 25-jähriger Wiener, der seit mehr als drei Jahren als vermisst galt, lebt in einer betreuten Einrichtung in Mailand. Arian S., ein Autist, war am 9. November 2015 spurlos aus einer Betreuungseinrichtung in Währing verschwunden. Der Wiener war am 12. November 2015 in Pieve Emanuele bei Mailand in verwirrtem Zustand entdeckt und in das Krankenhaus der Stadt Sesto San Giovanni gebracht worden.

Dort wurde bei dem Mann, der nicht Italienisch sprach, zunächst eine Psychose diagnostiziert. Später wurde er von den Mailänder Sozialdiensten in einer Gemeinschaft für Autisten untergebracht. Versuche, seine Identität herauszufinden, scheiterten. Im Mai 2017 wurde sein Fall unter anderem in "Aktenzeichen XY" thematisiert.

Wende zu Weihnachten

Zu einer überraschenden Wende kam es am Mittwoch. "Arian war sehr nervös, weil der Bursch, mit dem er das Zimmer teilte, zu Weihnachten nach Hause gefahren war. Plötzlich sagte er, er wolle die Polizei rufen", sagte Giuseppe Tamburrino, der den Wiener betreut, der Zeitung "Repubblica".

"Ich habe Arian gesagt, ich würde die Polizei rufen, doch er müsste mir dafür seinen richtigen Namen sagen", so Tamburrino. Arian nannte den Namen seines persischen Vaters. "Ich habe im Internet gesucht und die richtige Identität Arians entdeckt." Der Betreuer rief die Polizei, die Arian S. Fingerabdrücke abnahm und die Behörden in Wien benachrichtigte. Den Beamten in Mailand sagte er, er habe einen Zug genommen, um "einen Urlaub" zu machen. Der Wiener wartet nun auf seine Angehörigen.