Wien. Das vergangene Wochenende war verhältnismäßig ruhig beim Kinderärztlichen Notdienst der Kinderklinik des AKH Wien, berichtet dessen Ärztlicher Leiter Peter Voitl. "Das ist immer so am letzten Ferienwochenende." Doch auch in Zukunft dürfte sich die Situation dort und in den Kinderambulanzen des AKH und des SMZ Ost an Wochenenden und Feiertagen entspannen. Seit 5. Jänner machen nämlich jeweils drei bis vier niedergelassene Kinderärzte ebenfalls Notdienst (www.aekwien.at/kinder).

Für Primar Herbert Kurz, den Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde im SMZ Ost, ist das "eine gute Nachricht, weil wir als Kinderabteilung, die auch viele Spezialgebiete abdeckt, durch die Entlastung der Ambulanz mehr Kräfte für die intensive Betreuung von schwerst kranken Kindern bündeln können." So musste sein Team am Freitag eine 17-jährige Schlaganfallpatientin versorgen. "Sie können sich vorstellen, was für einen organisatorischen und fachlichen Aufwand eine in dem Alter so seltene und schwere Krankheit für eine optimale Betreuung braucht."

Er rechnet damit, dass die niedergelassenen Kollegen im Wochenend- und Feiertagsdienst seiner Ambulanz eine Entlastung bringen werden. "Und wenn ein Kind schwer krank zu ihnen kommt, dann wird es dorthin geschickt, wo es hingehört - nämlich zu uns", sagt Kurz, der wie Voitl auf ein vergleichsweise ruhiges Wochenende zurückblickt.

Ambulanzen sind heilfroh

Vor allem mit Blick auf die bevorstehende Grippewelle ist man in den Ambulanzen heilfroh über die Entscheidung des Sozialstadtrats Peter Hacker, dem Pilotversuch vom Vorjahr nun den Regelbetrieb folgen zu lassen. Kurz erinnert sich mit Schaudern an den vorigen Winter: "Da hatten wir das Pech, dass Feiertage und Grippewelle zusammengefallen sind." Sprich: weniger verfügbares Personal für mehr Patienten.

Die Kinderambulanzen sind vor allem im Winter überlaufen, "das bedeutet lange Wartezeiten, was für Kinder und Eltern eine Zumutung ist und eigentlich verbessert gehört", so der Primar. "Dass wir jetzt auch offene Kinderarztpraxen haben, ist ein Fortschritt zugunsten der Kinder, die nicht stundenlang irgendwo sitzen müssen und einander womöglich noch gegenseitig anstecken." Auch Voitl rechnet mit mehr Patienten und fügt mit einem Schuss Ironie hinzu: "Das erste Jännerwochenende ist ein Rückreisewochenende. Die Kinder kommen aus den Ferien zurück und müssen die Viren noch im Kindergarten oder in der Schule austauschen."