Wien. Im kommenden Jahr werden Schwimmbegeisterte in der Leopoldstadt wahrscheinlich auf dem Trockenen sitzen. Dann sperrt das Diana-Bad im Erdgeschoß des Raiffeisen Rechenzentrums voraussichtlich zu. Der 2000 eröffnete Neubau wurde damals von der Stadt Wien mit 200 Millionen Schilling (14,5 Millionen Euro) gefördert, das entsprach knapp einem Drittel der gesamten Baukosten von 620 Millionen Schilling. Die Betreiber, Raiffeisen und Uniqa, verpflichteten sich damals vertraglich dazu, das Diana-Bad 20 Jahre lang als solches weiterzuführen. Nun wird aber der Abflussstöpsel gezogen.

Damit verschwindet eines der Wiener Traditionsbäder, bei dem es sich übrigens um die vierte Generation seiner Art handelt. Ursprünglich 1810 an der oberen Donaustraße 93 eröffnet, diente das Nobelbad im Sommer zum Schwimmen und im Winter als Ballsaal. 1913 abgerissen, wurde es als Luxusbad mit Hotel neu gebaut, brannte 1945 aufgrund von Kriegsschäden aus, auch hier erfolgte 1965 der Abriss. Dieses Schicksal ereilte ebenso das dritte Diana-Bad, diesmal ein städtisches Bad, das 1996 in der Lilienbrunngasse demoliert wurde.

Zwölf öffentliche Hallenbäder

Wasserratten können insbesondere während der kalten Jahreszeit auf zwölf städtische Hallenbäder ausweichen. Das Amalienbad am Reumannplatz, das Hütteldorfer Bad in Penzing, das Hernalser Jörgerbad sowie die Bäder in Brigittenau und Floridsdorf sind reine Hallenbäder. Die Flächenbezirke Floridsdorf und Brigittenau haben mit dem Großfeldsiedlungsbad und dem Theresienbad jeweils eine zweite Bademöglichkeit zu bieten. Dabei handelt es sich um Kombinationsbäder, die auch Freibecken beinhalten. Zu diesen Bädern zählen auch das Simmeringer Bad, das Hietzinger Bad auf der Atzgersdorfer Straße, sowie das Ottakringer, Döblinger und Donaustädter Bad. Neben Schwimmen ist in den Anlagen auch das Saunieren möglich.

Auch wenn einige dieser Anlagen wie beispielsweise das 1913 erbaute Jörgerbad auf eine lange Geschichte zurückblicken, ist vielen wohl das Stadthallenbad in gemischter Erinnerung. Eine 2010 angesetzte, 17 Millionen Euro teure Generalsanierung sollte bereits zwei Jahre später abgeschlossen sein. Mangelnde Vorabkontrollen der Bausubstanz und allerlei Patzer beim Sanierungsablauf führten zu einem Baustopp und Gerichtsverfahren, von einem Skandal war die Rede. Während der Badebetrieb 2014 wieder aufgenommen wurde, endete die Causa erst 2018 mit einem Vergleich vor Gericht. Gekostet hat die Sanierung schlussendlich 17,3 Millionen Euro, weitere Forderungen holte sich die Stadt per Regress zurück. Die Therme Wien in Oberlaa zählt neben dem Diana-Bad zu den beiden großen privaten Schwimmanalagen Wiens. Die darunter befindliche Schwefelquelle wurde 1934 entdeckt, aber erst seit 1965 nutzbar gemacht. Seit September 2017 können Badegäste mit der U1 bis vor die Tore der Therme fahren.