Wien. Nach dem Winter ist vor der Badesaison - und die Vorbereitungen für diese laufen in der Bundeshauptstadt nun an. Auf der Alten Donau in Wien werden ab sofort wieder Mähboote eingesetzt, die den Wasserpflanzen zu Leibe rücken. Die Gewächse sind, so wurde in einer Rathaus-Aussendung einmal mehr betont, für die gute Wasserqualität unerlässlich, für Schwimmer aber mitunter lästig.

Im Vorjahr wurde das Mähmanagement am beliebten Freizeitgewässer auf neue Beine gestellt. Dabei wurde eine beachtliche Flotte von Amphibienfahrzeugen eingesetzt. Die 13 Gefährte - sowie drei Sammelboote - nehmen nun wieder ihre Tätigkeit auf. Sie können bis zu einer Tiefe von 2,5 Meter mähen. Auch Taucher sind im Einsatz. Sie besorgen die Feinarbeiten am Ufer und in den Stegbereichen.

"Wir starten jedes Jahr nach Schmelzen der Eisdecke mit der Makrophyten-Mahd und können heuer ganz besonders früh loslegen, um auch für die Badesaison 2019 perfekte Bedingungen zu garantieren", sagte Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Die Pflanzen gedeihen in der Alten Donau jedenfalls prächtig.

Menge in fünf Jahren
fast verfünfzigfacht

2018 war wegen der überdurchschnittlich warmen Monate April und Mai ein Rekordjahr in Sachen Unterwasserschnitt. 3350 Tonnen Mähgut wurden aus dem Wasser gefischt - so viel wie noch nie. Zum Vergleich: 2013 betrug die Entnahmemenge in der gesamten Saison rund 72 Tonnen. 2016 war sie bereits auf 2100 Tonnen angestiegen. 2018 schließlich waren die Unterwasserpflanzen explosionsartig bis zu 50 Zentimeter pro Woche gewachsen. Nicht zuletzt deshalb war es der größte Mäheinsatz in der Geschichte der Alten Donau.

Die Mähfahrzeuge werden sowohl zum Schneiden der Pflanzen als auch zum Sammeln eingesetzt. Dafür werden sie entweder mit Mähwerken oder mit langen Rechen ausgestattet. Begleitet werden sie von den Sammel-Booten, die das Schnittgut an dafür vorgesehenen Sammelstellen am Ufer abladen.

Von dort wird das Mähgut abgeholt und zum Kompostwerk Lobau gebracht, wo es zu Bio-Kompost verarbeitet wird und als "Guter Grund" bei den Wiener Mistplätzen erhältlich ist.

Es wird freilich nicht alles gemäht, was den Booten vor die Sense kommt. In wenig genutzten ufernahen Zonen wurden mehrere Schonzonen geschaffen, in denen sich die Pflanzen ungehemmt ausbreiten können. Sie dienen als Ausgleich, da die Makrophyten den Fischen auch als Laichplätze und Rückzugsgebiet diene.

Niederwüchsige Pflanzen sollen hochwüchsige ersetzen

Die Stadt Wien arbeitet allerdings langfristig an Alternativen. Geplant ist, dass niederwüchsige Characeen-Arten den Platz der hochwüchsigen Arten einnehmen. Seit 2017 gibt es eine Versuchsfläche an der Unteren Alten Donau bei der Strombucht. Der Bereich wurde abgetrennt, damit sich die Pflanzen ungestört und frei von hungrigen Fischen entwickeln können. Die neuen Arten auf dem Gewässergrund entwickeln sich laut Stadt Wien sehr gut.