Wien. (apa/dab) Nach Betrugsvorwürfen wird die Wahl zur Miss Vienna wiederholt, der Gewinnerin der Titel aberkannt. Das kündigte die Miss Austria Corporation (MAC) am Montag an. Sie löste "aufgrund der Hinweise und der aktuellen Rufschädigung" die Verträge mit der Lizenzinhaberin von Wien, Niederösterreich und Burgenland auf.

Die Wahl zur Miss Vienna hatte am vergangenen Donnerstag im Wiener Club Schwarzenberg stattgefunden. Sie soll zugunsten der Gewinnerin manipuliert worden sein, mutmaßen Szenekenner. Denn zwischen der Siegerin und Jurymitgliedern habe ein Naheverhältnis bestanden, so die Kritiker. Wie Boulevardmedien berichteten, soll es bereits bei der Wahl im Club Schwarzenberg zu Buhrufen gekommen sein. "Elf tolle, engagierte Mädels wurden sichtbar unterbewertet", beschwerte sich etwa Ex-BZÖ-Politiker Peter Westenthaler auf Twitter. Die "Wiener Schicki-Micki-Szene" habe die Gewinnerin, die im Vergleich zu den anderen Frauen maximal durchschnittlich sei, hingegen mit "Höchstnoten überhäuft".

"Baue daraus ein Imperium"

Die Organisatorin der Wiener Veranstaltung wies sämtliche Anschuldigungen zurück. Ebenso wie die Gewinnerin des Titels, die in einem Beitrag auf Instagram zum Gegenschlag ausholte. "Menschen werden Steine auf dich werfen. Schmeiß sie nicht zurück, sammle sie und baue daraus ein Imperium!", schrieb sie.

Die MAC will künftig dafür sorgen, dass die Wahlen "strengsten Kriterien" unterliegen und eine "neue, absolut unabhängige Jury" installieren. Ob die Gewinnerin vom Donnerstag bei der Wahl antreten darf, werde derzeit noch überprüft, so die MAC.

Den anderen Teilnehmerinnen steht die erneute Teilnahme aber ebenso offen wie neuen Kandidatinnen. Ein genaues Datum und ein Ort für die Neuwahlen stehen noch nicht fest. Die Titel der bereits gewählten Miss Niederösterreich und Miss Burgenland bleiben vorläufig aufrecht.