Wien. Der aus Ungarn stammende US-Investor und Philanthrop George Soros wurde Freitag Abend von Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny mit dem Joseph A. Schumpeter-Preis ausgezeichnet. "Soros hat stets danach getrachtet, seinen Beitrag dafür zu leisten, dass die Welt offener und gerechter wird und mehr Chancengleichheit bietet", sagte Nowotny in seiner Laudatio (links im Bild Nowotny, rechts Soros).

Soros bedankte sich in seiner Rede für die Auszeichnung: Schumpeters Lehren, so Soros, hätten heute größere Relevanz als noch zu Lebzeiten des großen österreichischen Nationalökonomen und Politikers. Der Multimilliardär spielt mit seinem Kommentar auf die Tatsache an, dass Schumpeters Beitrag zur Konjunkturtheorie - die "kreativen Zerstörung" - heute in der Innovationsforschung als hoch aktuell gilt.

Soros bedankte sich zudem bei der Stadt Wien und der Republik Österreich für die Gastfreundschaft. Er werde in den kommenden Jahren noch öfters in Wien weilen, sagte er. Der Grund: Die von ihm geschaffene und finanzierte Central European University (CEU) wird in Wien im September am Campus in der Quellenstraße in Wien ihren Betrieb aufnehmen. Die CEU musste ihren bisherigen Standort in der ungarischen Hauptstadt Budapest wegen des von Premierminister Viktor Orban ausgeübten politischen Drucks aufgeben.