Wien. (apa/dab) Einst war es ein bedeutendes Bankhaus, künftig beherbergt es Büros, einen Supermarkt und ein Fitnesscenter: das Prachtgebäude in der Schottengasse 6-8. Der Umbau der ehemaligen Creditanstalt-Zentrale am Schottentor geht nun in die heiße Phase, die fast 24.500m² (Bruttogeschoßfläche) sind schon nahezu komplett vermietet. Auch die ersten äußerlichen Veränderungen stehen bevor: Das Gebäude wird Ende des Sommers für rund zehn Monate eingerüstet, teilte die mit der Projektentwicklung betraute Pema-Holding am Mittwoch mit.

Die Immobilie hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Bankier und CA-Chef Albert Salomon Anselm von Rothschild ließ das Gebäude in den Jahren 1909 bis 1912 errichten. Es diente als Sitz der Österreichischen Creditanstalt für Handel und Gewerbe, die 1931 im Zuge der Wirtschaftskrise zusammenbrach.

Nach dem "Anschluss" rissen die Nazis die Kontrolle der Bank an sich, fortan unterhielt sie unter anderem Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Konzentrationslagern. 1946 wurde die Bank verstaatlicht. 1997 folgte die Privatisierung, die Staatsanteile gingen an die Bank Austria. Das Gebäude wurde zuletzt auch von der Bank Austria genutzt, 2015 wurde es dann aber an die Privatstiftung der Familie Koch (Kika-Leiner-Gründer) verkauft.

Die Pema-Holding, die sich im Eigentum der Familien Schafferer und Koch befindet, betonte, bei der Renovierung und Nachnutzung genauestens auf die "historische Substanz" des Gebäudes Bedacht zu nehmen. Man arbeite bei dem Projekt eng mit dem Bundesdenkmalamt zusammen, hieß es in einer Aussendung.

Betriebsstart spätestens
im Herbst 2020

Erneuert werden unter anderem die Haustechnik, sechs Stockwerke, rund 780 Fenster sowie 100 historische Räume. Der verantwortliche Architekt ist Heinz Neumann. Im Keller bei den ehemaligen Tresorräumlichkeiten plant McFit ein Nobel-Fitnesscenter. Ins Erdgeschoß zieht der Lebensmittelhändler Spar mit einer Filiale samt Gastronomie-Angebot. Der Anbieter von Mietbüros, "Spaces", übernimmt 9000m².

Der Markt- und Gastronomiebetrieb soll spätestens im Herbst 2020 eröffnet werden, der restliche Teil des Hauses voraussichtlich bis Ende 2020.