Wien. 172 Badeunfälle wurden seit Jänner in Wien bereits von der MA44 (Wiener Städtische Bäder) verzeichnet. Von Kopf bis Fuß war so gut wie jede Art von Verletzung dabei, die Hauptursachen waren Übermut, Alkohol und dass die eigene Schwimmfähigkeit überschätzt, die Situation hingegen unterschätzt wurde - besonders in stark strömenden Gewässern.

Sobald das Wetter schön ist, droht erfahrungsgemäß verstärkt Gefahr. "Gerade an sonnigen Badetagen passieren die meisten Badeunfälle", sagt Martin Kotinsky von der MA44. An erster Stelle stehen Herz-Kreislauf-Unfälle, die sowohl an Land als auch im Wasser vorkommen. Gefolgt von Kopf- und an dritter Stelle Fußverletzungen. Und, nicht zu vergessen, dem "klassischen" Ertrinken.

"Wenn Nichtschwimmer zu tief ins Wasser kommen, kann das zu Ertrinkungsunfällen führen", meint Andreas Huber von der Berufsrettung Wien aus Erfahrung. Bei Badegästen, die schwimmen können, kann ein Krampf, eine Kreislaufschwäche, ein Herz-Kreislaufstillstand oder einfach Erschöpfung dazu führen, dass die Person sich nicht mehr selbst über Wasser halten kann. In 29 Fällen wurde im heurigen Jahr die Berufsrettung zu einem Ertrinkungsnotfall gerufen. 2018 waren es, übers ganze Jahr gezählt, 55 Einsätze.

Alle Einsatzkräfte sind zuständig

Wird Hilfe benötigt, kann man sich an alle Einsatzkräfte wenden: Selbst wenn der Notruf an die Berufsrettung geht, werden andere benötigte Einsatzorganisationen von dieser alarmiert und miteinbezogen. "Wenn bei einem Unfall die Person unter Wasser ist, wird auch ein Taucherteam angefordert. Die fliegen mit dem Wiener Rettungshubschrauber "Christophorus" zur Unfallstelle", sagt Lukas Schauer von der Wiener Berufsfeuerwehr. Knapp 80 Einsätze absolvierte der Wasserdienst der Berufsfeuerwehr im heurigen Jahr. Laut Karmen Kreidl vom Landesverband der österreichischen Wasserrettung (ÖWR) wird die Berufsfeuerwehr von der Wasserrettung abgelöst, wenn eine Person schon länger vermisst wird.

Von der Wasserrettung wurden im Vorjahr 3 Personen tot geborgen, bei 12 wurde Erste Hilfe geleistet und 15 konnten gerettet werden. Eine erfolgreiche Bergung hänge stark von der Aufmerksamkeit der Augenzeugen ab und ob sie genaue Angaben zur Unfallstelle geben können oder wo genau die vermisste Person untergegangen ist. Manchmal würden auch Alarme bei den Einsatzkräften eingehen, die sich dann an Ort und Stelle als Missverständnis entpuppen. Aber: Lieber einmal zu oft anrufen als wegschauen. "Gerade bei Ertrinkungsunfällen ist eine unmittelbare Hilfeleistung enorm wichtig, weil man nicht viel Zeit hat", sagt Kreidl. Im Vorjahr kamen insgesamt fünf Personen durch Ertrinken oder Untergehen ums Leben. Wie viele es heuer waren, können die Behörden derzeit noch nicht sagen.

Viele Unfälle könne man durch eine rasche Reaktion von Anwesenden vermeiden und so das Ertrinken einer Person im Vorhinein verhindern. Je präziser die Angaben, desto größer sind auch die Chancen für das Unfallopfer. Im Jahr 2018 konnten von der Wasserrettung nahezu 90 Einsätze verzeichnet werden, wobei es sich dabei bei 42 um Bäderüberwachungen handelte.