Das ehemalige Wiener Abfallsortierzentrum Rinterzelt am Rautenweg in Wien-Donaustadt ist Geschichte: Am Donnerstagvormittag wurde es kontrolliert gesprengt. Wobei das in die Jahre gekommene Gebäude schon zum Teil demontiert war. Es war zuletzt nur mehr die - durchaus prägnante - Dachkonstruktion vorhanden. Auch sie musste nun weichen.

Das Dach stürzte wie geplant in sich zusammen. An den 48 hölzernen Balken waren jeweils drei Sprengladungen angebracht, die ihren Zweck offenbar erfüllt haben. Völlig verschwunden ist das Rinterzelt aber noch nicht: Der rund 60 Meter hohe Mittelturm steht noch. Er wird demnächst mit einem an einem Kran montierten Bagger sukzessive zerstört.

Schlechte Arbeitsbedingungen

Das Rinterzelt entsprach nicht mehr den Standards der Zeit. Vor allem die Arbeitsbedingungen waren schlecht. Im Winter war es zu kalt, im Sommer zu heiß. Fehlender Brandschutz, mangelnde Energieeffizienz, die eher schlecht nutzbare, runde Gebäudeform und unzureichende Lichtverhältnisse hätten gegen eine Sanierung gesprochen, wie bei der Magistratsabteilung 48 betont wurde.

Die Öffentlichkeit wurde vorab nicht über die Sprengung informiert. Wären Zuschauer zum Rinterzelt gekommen, hätte dies ein Sicherheitsrisiko sein, hieß es.

Vielen Wienern war das Rinterzelt vor allem durch seine auffällige Architektur ein Begriff. Wie ein Zirkuszelt ragte es 68 Meter in die Höhe. Das Rinterzelt wurde 1980 erbaut. Die Halle hatte einen Durchmesser von 170 Meter. Der Name Rinter leitet sich von "Recycling International" ab. Es war jahrelang die zentrale Drehscheibe der getrennten Altsoffsammlung in Wien. Auch das Mistfest fand jährlich dort statt.

Ein vergleichbares Abfallzentrum wird nun am Standort in der Percostraße, der künftig auch von Wien-Kanal mitgenutzt wird, betrieben. Jährlich werden am neuen Areal rund 250.000 Tonnen Abfälle und Altstoffe behandelt. (apa)