Bei gesundheitlichen Notfällen entscheiden oft Minuten über Leben und Tod. Um die Wartezeit bei Rettungseinsätzen zu verkürzen, gibt es in Wien nun eine sogenannte Notruf-App, mit der man per Handy einen Krankenwagen rufen kann. Sie wurde am Montag präsentiert.

Die kostenlose App "Rettung" ist ab sofort für Android- und Apple-Smartphones verfügbar. Bei der erstmaligen Anmeldung müssen die Telefonnummer eingegeben und die Ortungsfunktion aktiviert werden. Drückt man bei Bedarf dann drei Sekunden lang auf das "144"-Symbol, wird ein Notruf bei der Rettungsleitstelle abgesetzt. Die jeweiligen Standortdaten scheinen dort ebenfalls auf, wodurch die Einsatzkräfte vor allem im freien Gelände wie auf der Donauinsel oder im Wienerwald den Ort des Zwischenfalls schneller finden können.

Medizinische Daten können hinterlegt werden

Die Nutzer können bei der Anmeldung auch wichtige medizinische Daten - also etwa Allergien oder regelmäßig einzunehmende Medikamente - hinterlegen, die bei einem Notruf ebenfalls gleich aufscheinen, erklärte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei einer Pressekonferenz. Das sei vor allem für Personen wichtig, die sich etwa aufgrund einer Krankheit oder Einschränkungen nur schwer mündlich verständlich machen können oder schlecht hören.

Benutzt man die App, wird aber trotzdem gleichzeitig versucht, eine Telefonverbindung herzustellen. Denn in einem Gespräch könnten dann zusätzliche Dinge abgefragt werden - etwa um welchen Notfall es sich handelt oder ob man selbst oder eine andere Person betroffen ist. Kommt keine Verbindung zustande, "wird auf jeden Fall ein Rettungsmittel zum Standort geschickt", erklärte Rainer Gottwald, Leiter der Berufsrettung. Bei Android-Handys kann das Tool auch ohne vorherige Aufhebung der Bildschirmsperre benutzt werden. Bei Apple-Geräten sei das aus technischen Gründen nicht möglich, hieß es.

Weiterleitung außerhalb Wiens

Wird der virtuelle Notfallknopf außerhalb Wiens gedrückt, geht die Notfallmeldung übrigens beim Kooperationspartner, der Einsatzleitstelle Niederösterreich, ein. Diese gibt den Fall dann an die jeweils zuständigen Kollegen weiter. (apa)