Bei der Aktion geht es vor allem darum, ein Zeichen zu setzen. "Das wird natürlich keinen großen Eindruck auf die Ökobilanz der Wiener Ballsaison machen - aber es geht natürlich auch um den Spaß und es erweitert das modische Angebot für die Damen. Außerdem zeigt es, wie adaptionsfähig und modernisierbar eine traditionelle Institution wie der Wiener Ball ist", so Lehmann. Für den Wissenschaftsball gibt es übrigens kaum noch Karten, man kann sein Glück aber auf einer Facebook-Tauschbörse versuchen.

Wer trotzdem leer ausgeht, hat an diesem Abend dennoch die Qual der Wahl: Auf den Ärzteball in der Hofburg, den Techniker-Cercle im Musikverein, den Ländle-Ball im Palais Ferstel oder den Ball des Wiener Bauernbundes im Grand Hotel?

Teure Opernball-Restkarten

Auch wenn sich der Höhepunkt der Ballsaison in riesigen Walzerschritten nähert, bietet auch der Februar viele Gelegenheiten: Am 8. Februar feiert und tanzt Wiens Wirtschaft in der Hofburg und zeigt gleichzeitig, was das Wiener Handwerk zu bieten hat. Besonderes Schmankerl für gestresste Ballbesucher des Balls der Wiener Wirtschaft: Entspannung bei einer Ayurveda-Massage oder Kraft tanken mit regionalen Köstlichkeiten in der Genussmeile.

Am 14. Februar tanzt am Polizeiball Wiens Exekutive im Rathaus. Zeitgleich findet der Kaffeesiederball dieses Jahr unter dem Motto "Kaffee - Symphonie der Liebe" in der Hofburg statt. Der Valentinstag ist nicht umsonst gewählt - sind Wiens Kaffeehäuser doch beliebte Orte für erste Verabredungen. Der Ball ist auch ein guter Ort für ein Valentinsdate - auch für Singles. Denn auf den überfüllten Tanzflächen kommt man bei erzwungener Kuschelstimmung ganz leicht seinem Valentinsschatz näher. Der Wiener Kursalon ist eine prachtvolle, wenn auch oft übersehene Ball-Location. Am 15. Februar darf dort zu Ehren und zu den Klängen des "Walzerkönigs" Johann Strauß getanzt werden.

Das jedenfalls mediale Highlight der Ballsaison findet heuer am 20. Februar in der Oper statt. Der Ball ist wie jedes Jahr bereits ausverkauft, Restkarten werden zu hohen Preisen online angeboten. Dabei sind die Tanzflächen trotz allem nicht überfüllter als auf anderen Bällen - zumindest beim Walzer. Sonst bleiben die betuchten Damen und Herren lieber in ihren bis zu 23.600 Euro teuren Logen. Wobei der beste und günstigste Logenplatz immer noch der heimische Fernseher ist - unterhaltsame Kommentare der Opernball-Urgesteine Karl Hohenlohe und Christoph Wagner-Trenkwitz inklusive.

Von Kaffee bis Masken

Der süße Höhepunkt der Saison ist wiederum der Bonbonball. Er verwandelt das Konzerthaus am 21. Februar in ein Schlaraffenland. Alles zum Mitnehmen - den Gästen werden nicht umsonst beim Eintritt Tragtaschen ausgehändigt. Um Mitternacht wird bei der Wahl zur Miss Bonbon das schönste Zuckergoscherl gekürt und ihr Gewicht in Mannerschnitten aufgewogen und gespendet.

Am 24. Februar wird die Hofburg Schauplatz des letzten traditionellen Maskenballs. Auf der Rudolfina-Redoute verstecken sich die Damen kokett hinter Masken im Stil der Operette "Die Fledermaus". Erst zur Demaskierungsquadrille um Mitternacht offenbaren sie sich zwischen Figuren wie der Chaîne Anglaise und der Tour de Main.