Das Elmayer-Kränzchen beginnt am 25. Februar in der Hofburg bereits um 16 Uhr. Denn der Ball der Wiener Traditionstanzschule endet Punkt Mitternacht zum Aschermittwoch, wenn in fastenzeitlicher Enthaltsamkeit Punschkrapfen gegen Pumpernickel getauscht wird.

Trotz Ende der offiziellen Ballsaison müssen die Tanzschuhe noch nicht an den Nagel gehängt werden. Es wird weiterhin gewalzt und geswingt, beispielsweise am Feuerwehrball am 29. Februar im Rathaus oder dem Dancer Against Cancer Charity-Ball am 7. März in der Hofburg. Daneben gibt es zahlreiche Tanzschulbälle wie den Dornerball am 21. März im Palais Ferstl. Die Vienna Business School feiert am 28. März im Rathaus noch Monate vor der Matura, am 17. April findet dort der Ball des Sports statt. Zu guter Letzt eine Empfehlung der "Wiener Zeitung": Der Presseclub Concordia lädt nicht nur Journalistinnen und Journalisten am 29. Mai zum Concordia Ball ins Rathaus. Unter dem Motto "Morgen.Blätter.Walzer" tanzt die schreibende Zunft zu Strauß und Radetzky in den Sommer.

Kleider machen Leute

Das richtige Benehmen ist auf Bällen noch stärker als auf gewöhnlichen Abendveranstaltungen ausschlaggebend. Die Wiener Bälle haben immerhin als traditionsreiche Institution und (ehemaliges) immaterielles Weltkulturerbe einen ganz eigenen Charme. "Das Besondere an der Wiener Ballsaison sind jedoch die Besucher. Niemand auf der Welt ist so tanzbegeistert wie die Wiener und hält diese Tradition so hoch", erklärt Tanzschulbesitzer und Benimmpapst Thomas Schäfer-Elmayer.

"Spätestens seit der Angelobung der neuen Regierung ist die Wichtigkeit des passenden Dresscodes in aller Munde. Die vorgeschriebene Garderobe sollte daher auf Bällen unbedingt den ganzen Abend über eingehalten werden. Wenn beispielsweise Herren spätabends ihre Maschen lockern oder die Sakkos ablegen, trübt das die festliche Atmosphäre zumindest", so Schäfer-Elmayer.

"Lotte Tobisch ist sogar noch um vier Uhr Früh aus ihrer Loge auf die Tanzfläche hinabgestiegen, wenn sie unpassend gekleidete Ballgäste entdeckt hatte, um sie zurechtzuweisen", erinnert sich Schäfer-Elmayer an die Rigorosität der mittlerweile verstorbenen Grande Dame und ehemaligen Opernball-Mutter in Fragen der Etiquette.

Aber nicht nur Kleider machen Leute, auch das richtige Benehmen trägt viel zu einem gelungenen Abend bei. "Pünktlichkeit ist sehr empfehlenswert. Kommt man abgehetzt zum Ball, beginnt der ganze Abend schon ungünstig, immerhin ist gute Laune essenziell. Es gehört auch zum guten Ton, schon vor der Eröffnung da zu sein. Der Einlass ist meistens bereits eine bis eineinhalb Stunden früher. Das gibt die Möglichkeit, sich in Ruhe umzusehen und den Ball zu genießen", rät Schäfer-Elmayer.