Der südliche Teil von Favoriten wird neu gestaltet. Wie das Grätzel in und rund Rothneusiedl künftig aussehen soll, darüber entscheiden in den kommenden Wochen und Monaten auch die 100.000 betroffenen Bewohner.

Fix ist für die Stadtplaner derzeit nur so viel: Der Zuzug nach Wien hält ungebrochen an, das erfordere viele zusätzliche Wohnbauten und die sollen bevorzugt dort errichtet werden, wo die Kommune über entsprechend günstige Baugründe verfügt, bzw. verfügen kann.
Möglich wurden die Planungen erst durch die Verlängerung der U1 nach Oberlaa. Was bei der Bevölkerung für zusätzliche Lebensqualität sorgt, hat auch Immobilieninvestoren angelockt. Bereits jetzt schon entstehen entlang der neuen U1-Teilstrecke zahlreiche Neubauten, was wiederum bei den Anrainern Anlass zur Sorge gibt. Sie befürchten um die ländliche Struktur des Südraums von Favoriten. Derzeit wird das künftige Stadterweiterungsgebiet Rothneusiedl vor allem landwirtschaftlich genutzt.

Man bangt aber auch um den Erhalt der gewachsenen Ortskerne von Ober- und Unterlaa. "Das ist der Grund, warum wir hier den größten umfassendesten Beteiligungsprozess der Wiener Stadtentwicklung starten", sagte Vizebürgermeisterin Birgit Hebein am Dienstag bei einer Pressekonferenz: "Einerseits brauchen wir Wohnraum, damit die Mieten auch für unsere Kinder leistbar bleiben. Andererseits ist es unsere Aufgabe, Grün- und Freiraum zu sichern - und zu schaffen."

Mitreden können nicht nur die Menschen vor Ort, auch online wurde eine Diskussionsplattform mit regelmäßig wechselnden Themen installiert. Ende Juni sollen bei einer Abschlussveranstaltung erste Ergebnisse des gemeinsam erstellten Stadtentwicklungskonzeptes präsentiert werden.