Menschen, die sich ihre Lebensmitteleinkäufe gerade lieber nach Hause liefern lassen, müssen mit langen Wartezeiten rechnen. Denn nach den jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Corona Virus häufen sich nun auch die Onlinebestellungen: Spar und Rewe berichten von anhaltenden Hamsterkäufen und einer Steigerung der Nutzung von Lieferservices.

"Derzeit sind keine neuen Bestellungen mehr möglich", sagt Karin Dorfner, Sprecherin der Rewe Group. Bei einer Online-Bestellung müssen Kunden generell ein Zeitfenster von zehn Tagen beachten. Aktuell gebe es aber keine offenen Zeitfenster mehr. Erst wenn diese wieder offen sind, können neue Bestellungen eingehen. Das Personal wurde bereits aufgestockt, hieß es am Freitag.

Beim Supermarkt Spar sieht es mit den Onlinebestellungen nicht anders aus. "Es kommt zu Wartezeiten, weil die verfügbaren Lieferslots immer recht schnell voll sind", sagt Nicole Berkmann von Spar. Die Versorgungskäufe seien nicht weniger geworden. Nach wie vor werde ein verstärkter Einkauf von haltbaren Lebensmitteln und Hygieneprodukten wahrgenommen. Berkmann versucht zu beruhigen: "Wir sind gut gerüstet, es ist in den Lagerhäusern alles da und wir beliefern die Märkte mit allen Produkten nach."

Kontaktlose Lieferung gestartet

Apropos "liefern lassen": Der "Lieferservice" - ein Essenslieferant für alle Restaurants - hat dieser Tage mit den ersten "kontaktlosen Lieferungen" begonnen. Zu den Kunden von "Lieferservice" gehören zum Beispiel "Pizza Mann", "Burger King", "Akakiko", "Wienerwald" etc.

"Die Zustellkuriere werden angewiesen, an der Tür des Kunden zu klingeln und den Zustellbeutel an der Tür zu lassen. Diese Maßnahme wird europaweit in Kraft treten", heißt es aus dem Büro von Lieferando. Das gilt zusätzlich zu den bereits umgesetzten Sicherheitsmaßnahmen.

Bereits in den vergangenen Wochen bekamen alle Mitarbeiter und Fahrer von "Lieferservice" Anweisungen zum Thema Gesundheit und Sicherheit. So habe es auch spezielle Schulungen im Umgang mit Kunden gegeben. Das Unternehmen vertreibt auch Hygieneprodukte an seine eigenen Kuriere - wie zum Beispiel antibakterielle Händedesinfektionsmittel.

Bei den Zustelldiensten "Mjam" und "Foodora" werde gerade mit Hochdruck an ähnlichen Vorkehrungsmaßnahmen gearbeitet. Aktuelle Fragen, die mit politischen Vertretern noch geklärt werden müssten, sind: Dürfen Fahrradkuriere noch ausliefern? Dürfen Restaurants, die geschlossen werden, kochen?

Gastronomie schreibt rote Zahlen

Aber nicht nur bei Supermärkten und Essenslieferanten brennt der Hut. Zahlreiche Restaurants in Wien klagen über Rückgänge - ihnen bleiben die Gäste aus. Im Café Bendl sei untertags "tote Hose". Erst am Abend sei von der aktuellen Situation weniger zu bemerken. Vor allem viele junge Menschen würden nicht aufs Feiern verzichten wollen. "Von denen liest aber auch keiner die Zeitung", heißt es vonseiten der Betreiber.

Das "Motto am Fluss" schreibt ebenfalls rote Zahlen. Bis zu 70 Prozent weniger Kunden würden sich auf das schicke Schiff am Donaukanal begeben. Im Cafébereich sei die Lage noch etwas besser. Es werde ebenfalls vor allem von jüngeren Gästen besucht.