In Zeiten der Coronakrise wollen offensichtlich mehr Wiener ein Tier zu sich nach Hause holen. Sowohl beim Tierschutzverein als auch beim städtischen Tierquartier bemerkt man ein verstärktes Interesse an Hund und Katz. Während der Tierschutzverein derzeit keine Vierbeiner vergibt, gibt es beim Tierquartier die Möglichkeit, ein Pflegetier nach Hause zu holen.

"Wir haben etwa um ein Viertel mehr bei den Anfragen für Pflegetiere", erzählte der Betriebsleiter des Tierquartiers, Thomas Benda. Das Tierquartier vergibt Pflegetiere für einen gewissen Zeitraum. Dabei handelt es sich um sogenannte Hospiz-Tiere, also ältere Vierbeiner oder Vierbeiner, die Medikamente nehmen müssen. "Manche Interessenten würden gerne ein Tier für einen Monat zu sich nach Hause nehmen, andere wiederum wissen noch nicht für welchen Zeitraum", erzählte Benda weiter. Seinem Eindruck zufolge sei aktuell das Interesse an Hunden größer als an Katzen.

Der Wiener Tierschutzverein befindet sich derzeit noch im Notbetrieb. Das heißt, die Tiere werden wie bisher versorgt, doch externe Personen dürfen das Tierschutzhaus in Vösendorf nicht betreten. Daher sind im Moment auch keine Tiervergaben möglich. Trotzdem bemerkte der Verein ein verstärktes diesbezügliches Interesse: "Es sind mehrere Dutzend Anrufe pro Tage", erzählte ein Sprecher der Einrichtung der APA. Seiner Meinung nach hätten die Menschen nun aufgrund von Home-Office oder Kurzarbeit mehr Zeit und könnten sich nun vorstellen, ein Haustier zu halten.

Doch sobald der Alltag wieder einkehre, würden viele erkennen, dass die Zeit für das Tier nicht da ist. "Wir schätzen, dass wir enorme Rücklaufquoten hätten." Daher versucht der Tierschutzverein, die Interessenten zu sensibilisieren und bittet, falls der Wunsch weiterhin bestehen bleibt, nach der Wiedereröffnung des Hauses vorbeizuschauen. (APA)