Österreichweit hat die Wiener Innenstadt den höchsten Anteil an E-Autos. Laut dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) beträgt er 3,4 Prozent - das sind 540 E-Autos. Klosterneuburg kommt mit 2,1 Prozent in diesem Ranking auf Platz zwei, dort gibt es aber nur 78 E-Pkw. Ottakring liegt mit 1,5 Prozent (499 E-Pkw) auf Rang drei. Am niedrigsten ist der E-Auto-Anteil am gesamten Pkw-Bestand in Penzing. Das heißt, dass nicht einmal eines von 100 Autos in Österreich ein reines Elektroauto ist: Insgesamt gibt es in Österreich rund 4,95 Millionen Diesel- und Benzin-Pkw - um 109 Mal mehr als die knapp 45.000 E-Autos.

Der VCÖ berücksichtigt bei dem Ranking nur reine E-Autos. Dazu kommen noch rund 80.000 Hybrid-Fahrzeuge. Beim Umstieg auf Elektroautos kommt Firmen eine zentrale Rolle zu, denn zwei Drittel der Neuwagen werden von Firmen und anderen juristischen Personen gekauft.

Und dennoch ist laut der Statistik Austria die Anzahl der Benzin- und Diesel-Pkw ist in Wien im Vorjahr um 6.100 gesunken, die Zahl der E-Pkw um rund 2.400 gestiegen. Und vor fünf Jahren gab es noch 1.257 Mal mehr Benzin- und Diesel-Pkw als Elektroautos. "Die Energiewende im Autoverkehr nimmt langsam aber sicher Fahrt auf. Aber um das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2040 zu erreichen, ist deutlich mehr Tempo nötig", stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Dass die private Nutzung von Firmenwagen auch dann Steuervorteile bringt, wenn diese Diesel- und Benzin-Pkw sind, bremse die nötige Energiewende, ebenso die Steuerbegünstigung von Diesel. Hingegen würde eine ökosoziale Steuerreform der Energiewende im Verkehr Rückenwind geben, betont man beim VCÖ.

Veränderter Mobilitätsmix

Im Übrigen hat sich der Mobilitätsmix in Wien mit Corona generell verändert: Laut einer Erhebung der Wiener Linien in Wien hat sich der Anteil der Öffi-Fahrer am Verkehrsaufkommen deutlich reduziert, nämlich von 38 auf 27 Prozent. Damit liegt das Niveau unter jenem von 1993, als 29 Prozent der Wege mit den Öffis zurückgelegt wurden. Allerdings wurde dies durch einen steigenden Anteil bei Fußgängern und vor allem Radfahrern kompensiert. Die Pkw-Nutzung blieb bei 27 Prozent stabil, die große Ausweichbewegung hin zum Auto scheint also ausgeblieben zu sein.(rös)