"Die richtigen Impulse für die kommenden zehn bis 15 Jahre in der Daseinsvorsorge setzen", will Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ), wie er am Mittwoch ankündigte. Und dafür sollen von den Wiener Stadtwerken einmal bis 2025 insgesamt 5,6 Milliarden Euro in Sachanlagen, und in die Bereiche Mobilität und Energie fließen. "76 Prozent dieser Investitionen - das sind 4,25 Milliarden Euro - fließen direkt in den Klimaschutz, vom U-Bahn-Bau bis zu den erneuerbaren Energien", betonten Hanke und die beiden Stadtwerkegeneraldirektoren Martin Krajcsir und Peter Weinelt.

Wie im Koalitionsübereinkommen von SPÖ und Neos festgeschrieben wurde, soll die Stadt Wien bis 2040 emissionsfrei sein. Als entscheidenden Schritt in diese Richtung bezeichnete Hanke die Gründung der "Wiener Wasserstoff GmbH", die von der Produktion über die Lieferung und die Betankung bis hin zur Nutzung von Wasserstoff alles aus einer Hand abbilden soll: Die Wien Energie baut demnach eine 2,5-Megawatt-Elektrolyseanlage und soll auch für den Transport des Wasserstoffs an eine Tankstelle der Wiener Netze in der Leopoldau, sorgen, die heuer im Spätherbst eröffnet wird. Wasserstoff produziert aus "grünem Strom", wie versichert wurde.

- © Grafik / Quelle: Wiener Stadtwerke; WZ-Bearbeitung
© Grafik / Quelle: Wiener Stadtwerke; WZ-Bearbeitung

Zehn neue Wasserstoffbusse

Spätestens 2024 werden laut Krajcsir in der Leopoldau dann zehn Wasserstoffbusse betankt und auf der Linie 39A eingesetzt. "Erste Versuche verliefen sehr positiv, mittelfristiges Ziel ist, der Wasserstoff-Hub der Region zu werden", meinte der Stadtwerke-Chef. Der Wasserstoffantrieb soll ein Einsparungspotenzial von 57 Tonnen Co2 pro Jahr und Bus bringen. Parallel dazu sollen bei den Wiener Linien in den kommenden Jahren 62 neue Batteriebusse zum Einsatz kommen. "Aber zu hundert Prozent ersetzbar werden Dieselbusse aus heutiger Sicht nur mit Wasserstofflösungen sein", so Krajcsir.

In Sachen klimaschonender Mobilität verwies Weinelt weiters auf den Bau des Linienkreuzes U2/U5, wofür bis 2025 rund 1,2 Milliarden Euro aufgebracht werden sollen. Weitere 1,6 Milliarden sollen in die Erneuerung der Badner Bahn, Gleiseineurerungen und in neue Fahrzeuge der Wiener Linien fließen. Außerdem investieren die Stadtwerke 1,47 Milliarden Euro in Großwärmepumpen, Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft, Fernwärme, Fernkälte, Smart Meter und Smart Grid.

Als weitere strategischen Ziele im Investitionsbereich nannte Finanzstadtrat Hanke sowohl den Ausbau der Digitalisierung, als auch den der Serviceleistungen. Als Beispiele für Ersteres wurde etwa der Ausbau der Wienmobil-Stationen angekündigt: Zu den bestehenden acht sollen jährlich zehn neue dazukommen. Diese öffentlichen Terminals verknüpfen den öffentlichen Verkehr mit privaten Leihangeboten und sollen die Öffi-Nutzer quasi so bis zur Haustüre bringen. Auch die Remi-Hub-Idee (urbane Güterlogistik auf temporär ungenützten öffentlichen Flächen Anm.) werde eine Erweiterung erfahren, wie es hieß. Software für Smart Glasses (intelligente Datenbrillen Anm.) sollen darüber hinaus Ticketkauf, Echtzeitanzeige und Routing ermöglichen. Und auch sogenannte Bündelprodukte der Wiener Stadtwerke-Unternehmen mit entsprechenden Vergünstigungen wurden angekündigt.

"Digitales Grab"

Außerdem wurde für den Bereich der Bestattung Wien ein eigener Online-Bestattungsplaner in Aussicht gestellt sowie auch die Möglichkeit, mit dem "digitalen Grab" Grabarbeiten online überwachen zu können.(rös)