Stritten im Vorjahr noch Stadtregierung und Bund über die Öffnung von Augarten, Schönbrunn und Volksgarten, ist nun innerhalb der Stadt ein Streit um eine Grünfläche entbrannt. Diesmal geht es um den Stadtpark. Denn diesen will die Stadtregierung als Schanigarten zur Verfügung stellen. Gastronomen, die keinen eigenen Gastgarten haben, sollen nach der Öffnung der Außengastronomie hier Speis und Trank servieren dürfen. Neben ein bis zwei Schanigärten in jedem Bezirk sollen zehn Gastroinseln und Picknickzonen für den Zeitraum von drei Monaten auch im Stadtpark entstehen. 2,8 Millionen Euro lässt sich die Stadt die temporären Schanigärten insgesamt kosten.

Doch gegen die Pläne der rot-pinken Stadtregierung regt sich nun Widerstadt. Der kommt vom Bezirksvorsteher der Inneren Stadt Markus Figl (ÖVP). Er sei nicht in die Pläne der Stadt eingeweiht worden. Niemand sei auf ihn zugekommen, wie Figl am Montag gegenüber Radio Wien sagte. Seine Kritik schlägt ausgerechnet in dieselbe Kerbe wie jene der Stadtregierung in der Auseinandersetzung mit dem Bund im Frühjahr 2020. Die Parks der Stadt seien vor allem während der Pandemie wichtige Erholungsräume. Sie müssen offen und frei zugänglich bleiben. Eine Bespielung durch Gastronomen sieht Figl daher "sehr skeptisch". Grundsätzlich verstehe er die schwierige Lage der Wirte, plädiere aber für einen "sorgsamen" Umgang bei der Suche nach Lösungen.

Auch dem ehemaligen Koalitionspartner der Wiener SPÖ, den Wiener Grünen, sind die Pläne der Stadt ein Dorn im Auge. "Herr Ludwig, lassen sie unsere Parkanlagen in Ruhe", schreibt der grüne Klubchef Alexander Hirschenhauser in seinem Newsletter. "Die Grünanlagen im Zentrum sind nicht für Schanigärten geeignet, denn Stadtpark und Co. haben andere Funktionen. Wir wollen dort auch keine stinkenden Dieselaggregate, denn jene Standeln brauchen natürlich Stromversorgung, die es in dieser Stärke im Stadtpark nicht gibt."

Zeitpunkt der Öffnung ungewiss

Doch die Stadt hält an den Schanigärtenplänen weiter fest. Der Stadtpark sei gut für die geplanten Gastrobereiche geeignet, wie es aus dem Büro von Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) heißt.

Wann im Stadtpark gezapft wird, ist weiterhin ungewiss. Die angepeilte Öffnung der Außengastronomie am 27. März wackelt angesichts steigender Infektionszahlen gehörig. Am Montag beriet sich die Bundesregierung mit Experten, den Ländern und der Opposition zur aktuellen Coronavirus-Lage. Entscheidungen über weitere Öffnungsschritte werden allerdings erst nächste Woche erwartet. Vorerst bleiben die Schanigärten zu.