Bäume, Staudenbeete und Wasserspiele: Die Thaliastraße in Ottakring wird neu gestaltet. Ab Juni wird der Abschnitt zwischen dem Lerchenfelder Gürtel und der Feßtgasse mit zahlreichen Bäume, Staudenbeeten und Wasserspielen verschönert, wurde am Mittwoch angekündigt. Außerdem sollen Straßenumbaumaßnahmen und zusätzliche Beleuchtungen die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer erhöhen. Geplant sind auch bis zu sechs Meter breite Gehsteige, wie Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) erklärte.

Die wesentlichsten Veränderungen im Detail: Die starre Trennung von Fahrbahn und Gehbereich wird mittels einer fast niveaugleichen Ausgestaltung der Thaliastraße aufgebrochen. Zukünftig wird ein nur noch drei Zentimeter hoher Randstein die Fahrbahn von Gehweg beziehungsweise Parkstreifen trennen.

Die Gehsteige selbst werden bis zu den bestehenden Gleisen vorgezogen. Entlang des gesamten Straßenzuges werden Bäume, Sitzmöbel, Trinkbrunnen sowie Nebelstellen und drei Wasserspiele installiert. In Summe sieht der heurige Bauabschnitt die Neupflanzung von insgesamt 91 Bäumen in der Thaliastraße sowie den angrenzenden Seitengassen vor, hieß es.

Sima ging bei der Präsentation auch auf die Herausforderungen bei den Planungsarbeiten ein. Die Thaliastraße sei "eine zentrale Verkehrsader in Ottakring, und auch die Bim fährt im vier bis sechs Minuten-Takt, was natürlich so bleiben wird", versprach sie. Und Ottakrings Bezirkschef Franz Prokop (SPÖ) versicherte: "Durch die baulichen Maßnahmen schaffen wir mehr Platz und sorgen für mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer und zugleich schaffen wir zahlreiche Oasen, die zu jeder Jahreszeit ihren Charme haben."

Der Neugestaltung der Thaliastraße ging eine Bürgerbeteiligung voraus. Dabei waren Anrainerinnen und Anrainer, Straßennutzer und Geschäftsleute eingeladen, ihre Ideen, Wünsche und Vorstellungen zur Neugestaltung einzubringen. Am Prozess hätten sich 3.000 Menschen beteiligt, hieß es. "Es ist schön zu sehen, wie engagiert die Ottakringerinnen und Ottakringer mit ihren Ideen an der Neugestaltung ,ihrer‘ Thaliastraße mitwirken", meinte Vizebürgermeisterin Kathrin Gaal.

ÖVP will Bürgerbefragung

Die Wiener ÖVP kündigte als Reaktion auf die heutige Präsentation der Pläne an, dass die Ottakringer Bezirksorganisation am Donnerstag ein Antrag auf Bürgerbefragung einzubringen, da "die Bürgerinnen und Bürger das letzte Wort über den umstrittenen Umbau haben sollen". "Was bei der Mariahilfer Straße möglich war, muss auch bei der Thaliastraße möglich sein. Wenn SPÖ und Grüne von ihren Plänen überzeugt sind und denken, dass die Bürgerinnen und Bürger genau das wollen, dann sollen sie auch mutig und ehrlich genug sein, diese Pläne einer Abstimmung zu stellen. Verkehrsplanung muss mit den Bürgern geschehen, und nicht gegen sie", argumentierte der türkise Verkehrssprecher Wolfgang Kieslich am Mittwoch.