Es ist Ostern, und alles ist verboten. Das Eierpecken mit dem Opa in Oberösterreich ist schwer möglich, ebenso der Kaffee mit Osterzopf in Omas Garten. Kein Frühlingsausflug in den Tierpark. Kein Kino. Kein Museum. Kein Biergarten. Wien wurde eine Osterruhe verschrieben, wie der vierte Lockdown euphemistisch genannt wird. Die steigenden Corona-Neuinfektionen machen ihn notwendig. Die Wiener dürfen ihre Wohnungen nur noch zum Arbeiten, Einkaufen und in Notfällen verlassen. Und zur "körperlichen und psychischen Erholung", wie es im Maßnahmenkatalog der Bundesregierung heißt.

Spazierengehen ist also erlaubt. Der gute alte Osterspaziergang - bei Goethe mischen sich Faust und Wagner unters Volk. Das sollte man in Wien eher nicht tun. Abstandhalten ist angesichts der grassierenden Infektionskrankheit das Gebot der Stunde. Nur ist das in der Stadt oft nicht so einfach. Prater, Lainzer Tiergarten, Lobau sind im Frühling gesteckt voll. Doch es gibt auch Erholung abseits der berühmten Wiener Grünflächen. Unter den 1.000 Wiener Parkanlagen befinden sich unbekannte Perlen.

Wie etwa der Schulgarten Kagran. Eigentlich lernen hier die Schüler der Berufsschule für Gartenbau. Jeden ersten Donnerstag von April bis Oktober kann der 60.000 Quadratmeter große Garten auch von der Öffentlichkeit besichtigt werden - über die Osterfeiertage ist er von 2. bis 6. April täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Fläche ist in Themengärten unterteilt - von länderbezogenen Gärten wie dem Griechischen Garten oder den Franz-Karl-Effenberg-Asia-Garten bis hin zu Anlagen mit speziellen Themen, wie zum Beispiel dem Gemüsehausgarten, Hexengarten oder Ginkgo-Goethe-Garten.

Erst seit 2010 gibt es auf dem Areal des Unteren Gartens des Schlosses Neugebäudes in Simmering eine öffentliche Parkanlage. Sie an das ursprüngliche Renaissancekonzept angelehnt: Die Grundstruktur der Anlage blieb durch 18 quadratische Gartenfelder erhalten. Als Schattenspender wurden 70 Schirmplatanen gepflanzt. Während erwachsene Besucher zwischen Baumreihen flanieren oder auf Fitnessgeräten trainieren können, stehen Kindern und Jugendlichen mehrere Spielplätze zur Verfügung.

Für Kinder ist der Lockdown nach langem Winter besonders hart. In Floridsdorf gibt es Ablenkung in Form eines 12.000 Quadratmeter großen Abenteuerspielplatzes im Park in der Tetmajergasse. Von der drei Meter hohen Robinson-Hütte können sie die Gegend ausspähen, in der Tarzan-Schaukel schwingen, zwischen Krähen-Nestern herumturnen. Und mit viel Fantasie können die fünf geschnitzten Holztiere (Affe, Schlange, Papagei, Eidechse, Spinne) den geschlossenen Tierpark ausgleichen.