Insgesamt 221 Intensivpatienten, um zwölf weniger als am Dienstag, 1.298 Neuinfektionen und zwölf Todesfälle aufgrund von bzw. an den Folgen von Covid-19 - diese Zahlen veranschaulichen die Lage am Mittwoch in Wien. Eine Entspannung ist nicht in Sicht - aufgrund der Prognosen mobilisieren die Spitäler sogar ihre Reserven. Der Preis wird eine weitere Reduktion von Leistungen sein. Fix ist dabei einzig: Die Akutversorgung wird nicht angerührt.

Wie die Leistungsreduktionen im Spitalsbereich aussehen werden, umriss ein Sprecher des Gesundheitsverbundes folgendermaßen: "Es wird keine fachspezifische Reduktion sein. Unser oberster Ziel ist es jedenfalls, den Akutbereich jederzeit aufrechtzuerhalten. Ob das eine Herz-OP, eine Tumor-OP oder ein Schlaganfall ist - wenn der Eingriff medizinisch indiziert akut notwendig ist, wird er durchgeführt."

Von Fall zu Fall entschieden

Für Aufregung und Unsicherheit hatte jüngst der Tweet einer Journalistin gesorgt, die öffentlich machte, dass eine lebenswichtige Tumor-Operation ihrer Mutter im AKH habe nicht stattfinden können, weil keine Intensivbetten frei waren. Darauf angesprochen, versicherte der Sprecher des Gesundheitsverbundes: "Wäre die Operation medizinisch indiziert notwendig gewesen, wäre sie durchgeführt worden. Offenbar gab es die medizinische Indikation, dass nicht heute, sondern auch später operiert werden kann, ohne Nachteil für die Patientin." Bei der Verschiebung von Operationen gibt es in Wien kein zentrales Vorgehen, welche Eingriffe verschoben werden, sondern es wird von Fall zu Fall und abhängig vom Zustand der Betroffenen entschieden.

Flankiert werden die städtischen Häuser bei der (intensiv-)
medizinischen Betreuung Corona-Kranker von Wiener Ordensspitälern. Auch hier kommt es zu Einschnitten im Spitalsalltag. "Ein Teil der planbaren Operationen muss aufgrund der Auslastung der Intensivstation verschoben werden", so eine Sprecherin der Vinzenz Gruppe, Trägerin von fünf Ordensspitälern in Wien. Akute lebensnotwendige Operationen sind davon allerdings nicht betroffen, wurde versichert: "Voll aufrechterhalten werden daher in den Ordensspitälern zum Beispiel Krebsbehandlungen, Schlaganfall- und Herzinfarktversorgung, chirurgische Noteingriffe sowie vollumfänglich die geburtshilfliche Versorgung im St. Josef KH."

Insgesamt müssen laut Daten des Gesundheits- und Innenministeriums mit Stand Mittwoch 762 Menschen aufgrund von Covid-19 im Spital betreut werden, um 21 weniger als am Dienstag beziehungsweise um 21 mehr als noch vor einer Woche (plus 2,8 Prozent). Von den hospitalisierten Personen benötigen 221 Menschen intensivmedizinische Betreuung, um 13 mehr als vor einer Woche (plus 6,3 Prozent).

Stufe neun in Vorbereitung

Bei der Versorgung von mit dem Coronavirus infizierten Wienern in Krankenhäusern wird in Wien nach einem Stufenplan vorgegangen. Dabei werden je nach Stufe Betten für Covid-Patientinnen und -Patienten freigemacht - allerdings einhergehend eben mit der Reduktion von Leistungen und Verschiebung von Operationen. Aktuell ist die derzeit höchste Stufe acht des Stufenplans aktiviert, die 310 intensivmedizinische Betten für die Betreuung von Covid-Patienten vorsieht. In diesem Ausmaß werden diese allerdings noch nicht gebraucht.

Überdies arbeitet der Gesundheitsverbund an einer neuen Stufe neun, um die Kapazitäten noch einmal in die Höhe schrauben zu können. Insgesamt verfügt der Gesundheitsverbund über rund 6.000 Normalbetten sowie 550 Intensivbetten - allerdings in Summe und nicht nur für an Covid-19 erkrankte Menschen.