Ein Projekt von Raumplanern der TU Wien zeigt, wie unerschwinglich viele Wohnungen am privaten Immobilienmarkt für Durchschnittsverdiener sind. Für den Wiener "Mietmonitor" haben sie 10.300 Immobilienangebote der Jahre 2011 bis 2019 ausgewertet. Ergebnis: Der durchschnittliche Einpersonenhaushalt kann sich gerade einmal 29 Quadratmeter Wohnfläche leisten. Das ist weniger als die laut Bauordnung zulässige Mindestgröße von Wohnungen (30 Quadratmeter).

Zu beachten ist allerdings, dass in die Analyse ausschließlich private Immobilienanzeigen eingeflossen sind, nicht aber der soziale Wohnbau. Der private Mietwohnungssektor macht in Wien ein Drittel aller Wohnungen aus, der soziale Wohnbau 44 Prozent. Außerdem werden nur die inserierten Preise erfasst (die Daten stammen von Inseraten auf DerStandard.at) und nicht die möglicherweise etwas niedrigeren "Abschlussmieten".

Nur ein Fünftel der Wohnungen leistbar

Für einen durchschnittlichen Einpersonenhaushalt mit 1.640 Euro Nettoeinkommen wäre demnach nur ein Fünftel der inserierten Wohnungen leistbar. Dies bedeutet, dass die Miete maximal 30 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens kosten darf. Ähnlich auch die Situation für Familien mit vier oder fünf Personen, die zwar über höhere Einkommen verfügen, aber auch größere Wohnungen brauchen. Auch hier ist für Durchschnittsverdiener nur ein Fünftel der Wohnungen am freien Markt leistbar.

Auf einer interaktiven "Leistbarkeitskarte" vergleicht der Mietmonitor die eingegebenen Haushaltseinkommen mit den Monatsmieten. "Weite Teile der Stadt sind heute für viele Haushalte am privaten Mietwohnungsmarkt überwiegend unleistbar", schreibt das Team um Raumplaner Justin Kadi in seinen Schlussfolgerungen. In den meisten Wiener Bezirken hat sich die Situation demnach seit 2011 deutlich verschlechtert. (apa)