Im ehemaligen Verkehrsbüro-Gebäude am Wiener Naschmarkt, das jahrelang der Novomatic gehört hat, soll noch im Frühjahr wieder aufgesperrt werden - mit einem Gastronomiebetrieb samt großzügiger Außenterrasse mit bis zu 140 Sitzplätzen. Das erklärte der neue Eigentümer des Objekts, der Projektentwickler LNR Development, am Freitag. Für rund 25 Mio. Euro hatte der Glücksspielkonzern Novomatic sein "Forum"-Gebäude erst vor kurzem an LNR verkauft.

Die Location solle "eine bereichernde Ergänzung zum angrenzenden Naschmarkt darstellen und sich stark an das einheimische Publikum richten", hieß es in einer Aussendung von LNR-Development-Geschäftsführer Lukas Neugebauer. Im Sommer werde die Eröffnung einer Kulturfläche für bildende Kunst folgen - mit Schwerpunkt heimische Gegenwartskunst im internationalen Kontext. Gegen Ende des Sommers wolle man die Konferenz- und Veranstaltungsräume für Kongress-, Seminar- und Eventveranstalter zugänglichen machen. Für die gastronomische Nutzung und die Kunsthalle seien Gespräche mit potenziellen Pächtern in einem fortgeschrittenen Stadium, ein Abschluss sei für Ende April zu erwarten. Die Büroflächen nutzt LNR selbst.

Von Otto-Wagner-Schülern erbaut

Das Art-Déco-Gebäude war 1922 bis 1923 von den Otto-Wagner-Schülern Hermann Aichinger und Heinrich Schmid errichtet worden. 2007 hatte Novomatic die frühere Zentrale des Verkehrsbüros laut dem Branchendienst immo7 News um rund 10 Mio. Euro erworben. Vorigen Sommer wurde bekannt, dass sich Novomatic von ihrem "Forum"-Gebäude trennen will, das für Veranstaltungen genutzt bzw. für diesen Zweck vermietet wurde. Zur Veräußerung habe man sich im Hinblick auf die Ausrichtung auf das Kerngeschäft entschlossen, hieß es im Februar zur APA.

Die 2011 gegründete LNR Development hat im Wohnimmo-Segment nach Eigenangaben bisher 60.000 m2 Fläche mit einem abgeschlossenen Projektvolumen von 300 Mio. Euro realisiert. Dadurch entstanden 500 neue Wohneinheiten. Aktuell seien 600 Wohneinheiten in Errichtung, das laufende Projektvolumen betrage über 400 Mio. Euro. Seit 2015 widme man sich verstärkt Projekten in der Bundeshauptstadt und fördere kulturelle Initiativen mit Fokus auf multinationalem Austausch.