Wien (APA) - Der Rechnungshof drängt die städtische Gemeindebauverwaltung Wiener Wohnen und die Wiener Wohnen Hausbetreuung zu mehr Transparenz bezüglich Gehältern in der Chefetage. Eine Reihe von Empfehlungen sei umgesetzt, hielten die Prüfer aber in einem nun veröffentlichten Folgebericht fest, etwa in Sachen Compliance und Akzeptanz für neue Strukturen.

Die Zielvereinbarungen für die variablen Gehaltsbestandteile der Geschäftsführung der Hausbetreuung sollten im Jahr vor der Leistungserbringung festgelegt sowie die Bezüge veröffentlicht werden. Die Stadt Wien solle zudem die Bezüge der Direktorin bzw. des Direktors von Wiener Wohnen als Euro-Betrag offenlegen, beides im Sinne von Vergleichbarkeit und Transparenz. Abgelaufene Rahmenverträge sollten so rasch wie möglich neu ausgeschrieben werden, lauten die aktuellen Empfehlungen.

Der RH hatte zuletzt von Mai bis Juli 2020 geprüft, seither seien von Wiener Wohnen zehn von zwölf Empfehlungen umgesetzt worden, eine teilweise und eine nicht. Die Wiener Wohnen Hausbetreuung setzte von sechs Empfehlungen vier um, die Stadt eine an sie gerichtete Empfehlung des Vorberichts teilweise, hieß es am Freitag.

Viele Empfehlungen umgesetzt

2019 verwaltete Wiener Wohnen 209.691 städtische Wohnungen. 2016 war eine Neustrukturierung etwa des Störungs- und Gebrechensmanagements sowie der Wartung und Instandsetzung erfolgt. Im RH-Vorbericht wurde dann festgestellt, dass die Bediensteten die neuen Strukturen nicht akzeptierten und zudem alte und neue nebeneinander bestanden. Entsprechend der Empfehlung setzte Wiener Wohnen danach auf Führungskräfteentwicklung und Information. Mit Austauschtagen, Workshops und Ablaufoptimierungen mit Wiener Wohnen Kundenservice seien auch dort Verbesserungen eingetreten.

Umgesetzt wurden Empfehlungen zum Compliance-Management sowie der Reduktion der Geschäftsführung der Wiener Wohnen Hausbetreuung von zwei auf eine Person. Mit der neuen Geschäftsführerin wurden Zielvereinbarungen abgeschlossen und bei teilweiser Nichterreichung eine Kürzung der Bezugsbestandteile vorgenommen. Wiener Wohnen beurteilte in den Jahren 2017 bis 2019 die Ziele lediglich einmal als erreicht und zweimal als teilweise. Die Zielvereinbarungen werden allerdings weiterhin erst im Jahr der Leistungserbringung festgelegt, monierte der RH.

Die Stadt Wien veröffentlichte nur die Dienstpostenbewertung der Direktorin bzw. des ehemaligen Direktors von Wiener Wohnen, nicht aber die Höhe der ausbezahlten Bezüge. Erst "nach einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Besoldungsrecht" sei die Berechnung der tatsächlichen Bezüge möglich. Im Vergabebereich setzte Wiener Wohnen eine Empfehlung teilweise und zwei vollständig um. Insgesamt verfügte die Gemeindebauverwaltung Mitte 2020 über 46 Rahmenverträge mit einem geschätzten jährlichen Auftragswert von 204,54 Millionen Euro. Nur drei von 22 abgelaufenen und weiterhin benötigten Rahmenverträgen wurden laut den Prüfern so rasch wie möglich neu ausgeschrieben. Gleichzeitig wurden Controllingmaßnahmen implementiert und das interne Know-how bei Vergaben gestärkt, was externe Beratungsleistungen verringert habe. (apa)