Es war ein grober Einschnitt nicht nur ins Gemeindeleben vieler Pfarren, sondern auch und vor allem in die Nachwuchsarbeit: Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr auch dafür gesorgt, dass viele Firmungen nur im kleinsten Kreis (also ohne Beteiligung der jeweiligen Pfarrgemeinde) gefeiert wurden oder überhaupt ausgefallen sind. In der Erzdiözese Wien etwa sank die Zahl der Firmkandidaten von 7.518 im Jahr 2019 auf 4.901 im Vorjahr. Entsprechend viele Firmungen wird es heuer geben, bei denen auch einiges nachgeholt wird. Der traditionelle Auftakt dafür ist Pfingsten (auch wenn viele Pfarren die Firmung inzwischen in den Herbst zu verlegt haben).

Der damit einhergehenden großen Nachfrage nach Firmspendern trägt die Erzdiözese Rechnung und hat deren Zahl auf 43 aufgestockt. Eine Sonderstellung nimmt dabei wie gewohnt die Diözesanfirmung im Stephansdom diesen Samstag mit Erzbischof Christoph Schönborn ein. Allerdings sind wegen der Corona-Regeln nur 50 Firmlinge zugelassen. Daneben gibt es auch eine Erwachsenenfirmung für knapp zwei Dutzend 21- bis 35-Jährige.

Rosenregen in der Michaelerkirche. - © Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
Rosenregen in der Michaelerkirche. - © Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub

Pfingsten einmal anders

Dass es heuer ein ganz besonderes Pfingstfest ist, zeigt auch ein Video, das aus einem musikalisch-künstlerischen Crossover-Projekt im Stephansdom entstanden ist. Darin interpretieren der christliche Rapper Freeman Vienna, Domorganist Konstantin Reymaier und die beiden Solotänzer Mischa Sosnovski und Iryna Tsymbal vom Wiener Staatsopernballett die Pfingstbotschaft neu. In dem Film, der diesen Samstag online geht, trifft also die lange Tradition der Kirchenmusik auf modernen Sprechgesang.

Mehr als 800 Rosen wurden verstreut. Passanten können sie sich in den kommenden Tagen mitnehmen. - © Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
Mehr als 800 Rosen wurden verstreut. Passanten können sie sich in den kommenden Tagen mitnehmen. - © Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub

Rosenregen zum Jubiläum

In der Wiener Michaelerkirche wiederum gab es zu Pfingsten ein Ereignis, das man sonst nur aus dem Pantheon in Rom kennt: einen Rosenregens, bei dem eine Blüte für jedes Jahr des Bestehens der Kirche getreut wurde - und zwar mehr als 800. Die Rosenblätter wurden gesegnet und nach dem Rosenregen von den Gottesdienstteilnehmern eingesammelt. Die immer noch große Menge, die danach übrig blieb, wurde am Altar für Passanten zur freien Mitnahme platziert.