Heuer sicher anders": Das Motto der Langen Nacht der Kirchen dürfte halten, was es verspricht. Denn anders wird das Großereignis diesen Freitag (28. Mai) auf jeden Fall. Das nicht nur, weil es nach seiner pandemiebedingten Aussetzung im Vorjahr nun wieder stattfindet, sondern auch, weil im Rahmen des kirchlichen Festes auch Gerry Keszler nach dem Aus für seinen Life Ball erstmals wieder mit einer Veranstaltung ins Rampenlicht tritt.

Traditionell wird die Lange Nacht der Kirchen am Freitag um 17.50 Uhr eingeläutet. In Wien beteiligen sich heuer 137 Gotteshäuser an der Veranstaltung, österreichweit sind es fast 400. Mehr als 1.000 Events wird es geben, die teils vor Ort, aber auch digital stattfinden. Besucherinnen und Besucher können die Lange Nacht also nicht nur direkt in den Kirchen vor Ort, sondern auch daheim vor dem Bildschirm verbringen. Auf der Video- und Streaming-Plattform (www.langenachtderkirchen.at) können somit auch Programmpunkte aus anderen Bundesländern besucht oder auch nachgesehen werden. Die aufgezeichneten Programmpunkte sind nämlich auch nach dem 28. Mai noch abrufbar.

Auf der Suche nach versteckten Orten bei den Piaristen in der Josefstadt. - © Erzdiözese Wien / Stephan Schönlaub
Auf der Suche nach versteckten Orten bei den Piaristen in der Josefstadt. - © Erzdiözese Wien / Stephan Schönlaub

In der Krypta der Canisiuskirche am Wiener Alsergrund erwartet einen beispielsweise der Pfarrkrimi "Der brennende Kelch". Einblicke in ansonsten verborgene Orte wie den Dachboden bietet eine Führung durch die Piaristenkirche Maria Treu in der Josefstadt. Wer sich wiederum für das Imkerhandwerk oder das Bierbrauen interessiert, wird in der Per-Albin-Hansson-Siedlung im 10. Bezirk fündig. Die Kirche zum Heiligen Franz von Sales verfügt nämlich einerseits über mehrere Bienenvölker und präsentiert die Arbeit mit diesen in der Pfarre. Andererseits kann man sich auch ansehen, wie das Favoritner Kirchenvolk Wasser in Bier verwandelt.

Wer war das!? - Pfarrkrimi in der Canisiuskirche am Alsergund. - © Erzdiözese Wien / Stephan Schönlaub
Wer war das!? - Pfarrkrimi in der Canisiuskirche am Alsergund. - © Erzdiözese Wien / Stephan Schönlaub

Publikumswirksamer Höhepunkt der Langen Nacht dürfte die von Keszler inszenierte und im TV übertragene Charity-Show zugunsten der Corona-Hilfe werden. Mehr als 50 Künstler haben sich dafür angesagt. Im Stephansdom und auf der Bühne davor wird der Umgang von Österreichs Vorfahren mit Krisen und großen Herausforderungen im Laufe der vergangenen sieben Jahrhunderte inszeniert. Der Dom wirkt als symbolischer Mittelpunkt der Show "Austria for Life". Dazu wird der Stephansplatz verdunkelt, damit Teile der Show auf eine 200 Quadratmeter große Videowand an der Front des Doms projiziert werden können. So wird etwa durch Animationen auf der Fassade bis hin zur Turmspitze der Dombrand 1945 in Erinnerung gerufen.

Prominent besetzte Show

"Ziel der Show ist die Sensibilisierung und Emotionalisierung unserer Solidarität in Zeiten der Pandemie, aber auch die Wissensvermittlung über die vergangenen Krisenzeiten dieses Landes und unser Umgang damit", erklärt Keszler. "Denn nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft gestalten." Das Spektakel erzählt die Geschichte Österreichs und seiner Widerstandskraft. So tritt Maria Happel als Kaiserin Maria Theresia auf, die sich bereits für die Pockenimpfung in der Monarchie eingesetzt hat. Cornelius Obonya wird zum Standbild von Prinz Eugen. Petra Morzé spricht als Anna Sacher über ihr leeres Haus - ohne Gäste - während der Spanischen Grippe. Und Conchita Wurst als Wolfgang Amadeus Mozart unterhält sich mit Sunnyi Melles als Bertha von Suttner.

Durch das Programm führen Arabella Kiesbauer und Johannes Krisch, der als virtueller Fenstergucker auf der Fassade zum Leben erwacht. Musikalisch untermalt wird die Show von unterschiedlichsten Künstlern wie dem Chartstürmer Lemo und Conchita Wurst oder Opernstars wie Daniela Fally und Günther Groissböck. Auch Cesár Sampson und Sandra Pires versuchen sich im Opernfach. Georgij Makazaria und Katharina Straßer werden zu barocken Straßenmusikanten. Timna Brauer singt über das jüdische Leben in Wien, und die Wiener Sängerknaben stimmen im Gleichklang mit der Pummerin an. Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Kardinal Christoph Schönborn werden sich in Reden an die Bevölkerung wenden.

Grüner Pass plus Maske

Übertragen wird die Liveshow am Freitag ab 22.30 Uhr auf ORF2. Die Spenden-Hotline ist bis 15. Juni aktiv. "Austria for Life" ist eine österreichweite Initiative des Vereins "Life+", der bereits hinter dem Life Ball stand. Die gespendete Summe kommt der Hilfsorganisation "Österreich hilft Österreich", einem Dachverband von Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotem Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe, zugute.

Damit der Besuch der Langen Nacht der Kirchen für die Besucher möglichst sicher ist, müssen vor Ort alle vorgegebenen Richtlinien eingehalten werden. Zur Veranstaltung sind ein gültiger Nachweis über Impfung, Test oder Antikörper mitzubringen und ausnahmslos eine FFP2-Maske zu tragen. Und man muss sich registrieren. In den Kirchen wird auf Personenbeschränkungen und ausreichende Abstände geachtet, dadurch kann es zu Wartezeiten kommen.(aum/apa)