Von der "größten Fotovoltaik-Offensive in der Geschichte" sprach am Mittwoch Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky nicht ganz unbescheiden und kündigte an, die Produktion von Sonnenstrom bis 2025 verfünffachen zu wollen.

"Ziel ist, dass wir bis zum Ende der Regierungsperiode jedes Jahr so viele Photovoltaik-Anlagen errichten wie in den letzten 15 Jahren zusammen." Mit einer weiteren Ausbaustufe bis 2030 soll 10 Prozent des benötigten Stroms aus Solarenergie erzeugt werden. Damit können laut Czernohorszky 530.000 Wiener mit Sonnenstrom versorgt werden.

Erste Maßnahme ab Juni

Seit dem Startschuss der Photovoltaik-Offensive bei der Regierungsklausur im Jänner 2021 arbeitet die Stadt Wien an einer Strategie für den Ausbau der Sonnenenergie. Als erste Maßnahme soll nun am 1. Juni mit der Wiener Photovoltaik-Gründachförderung eine neue Förderschiene starten, wie der Stadtrat ankündigte. Als weitere Maßnahme sollen die Mittel für den Wiener Ökostromfonds um rund zwei Millionen Euro erhöht werden. "Damit stehen 2021 dreimal so viele Fördermittel für die Errichtung von Photovoltaikanlagen zur Verfügung wie bisher", so Czernohorszky. Die neue Förderschiene unterstützt die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Gründächern und soll Synergieeffekte durch die kombinierte Nutzung von Gründach und Photovoltaik erzeugen. Die Abwicklung der Förderung der Photovoltaikanlage erfolgt im Rahmen des Wiener Ökostromfonds. Auch für Dachbegrünungen gibt es Förderungen durch die Stadt.

Mit Hilfe der Synergie von Bauwerksbegrünungen und Solartechnologien können die Effizienz und der Ertrag der vorhandenen Fläche gesteigert werden. "Eine Begrünung hat eine positive Auswirkung auf die Leistung von Photovoltaik-Modulen", hieß es. Die Kombination der Dachbegrünung mit Photovoltaik und Solarwärme schaffe durch die partielle Verschattung des Gründachs neue artenreiche Lebensräume für Flora und Fauna.

Die Nutzung erneuerbarer Energien - allen voran Photovoltaik - werde zur zentralen Säule der Energieversorgung. Gerade in der Stadt, wo Flächen knapp sind, werde die Kombination von Begrünung und erneuerbarer Energie immer relevanter. "Viele, die in Photovoltaik-Anlagen investieren wollen, denken über solche Lösungen nach", erklärte Bernd Vogl, Leiter der Wiener Energieplanung. Und die Förderung gebe ihnen einen Anreiz, ihre Überlegungen in die Tat umzusetzen.

Die Nutzung von Solartechnologien auf bereits bestehenden Dächern stelle ein großes Potenzial dar, das es auszuschöpfen gelte. In Wien bieten fast zwei Drittel der Dachflächen ein zumindest die theoretische Möglichkeit zur Integration von Solarenergie.

Für die Kombination der Solartechnologie mit der Bauwerksbegrünung gebe es mittlerweile eine Vielzahl an unterschiedlichen Umsetzungsmöglichkeiten. Neben einem schlichten "Nebeneinander" gebe es auch ein "Übereinander" der Technologien. Beispielsweise könne durch eine Pergolakonstruktion mit transparenten Photovoltaik-Modulen ein lebenswerter Aufenthaltsraum geschaffen werden.

Bis zu 180.000 Euro

Für Photovoltaikanlagen, die auf Gründächern errichtet werden, kann zusätzlich zur bereits seit dem Jahr 2004 bestehenden PV-Standardförderung ein Zuschlag von maximal 150 Euro pro kWp gewährt werden. Die Förderhöhe beläuft sich derzeit bis zu einer Leistung von 100 kWp auf 400 Euro pro kWp. Die darüber hinausgehende Leistung wird bis zu einer Obergrenze von 500 kWp mit 350 Euro pro kWp gefördert. Die maximale Förderhöhe beläuft sich so auf 180.000 Euro.