Wer heuer reisen möchte, sollte prüfen, ob der "rote Pass" noch gültig ist. - © apa / Barbara Gindl
Wer heuer reisen möchte, sollte prüfen, ob der "rote Pass" noch gültig ist. - © apa / Barbara Gindl

Viel ist dieser Tage die Rede vom Grünen Pass, mit dem ab Ende Juni das Reisen innerhalb der Europäischen Union für geimpfte, getestete oder genesene Personen wieder möglich sein soll. Bei all der Vorfreude auf Meeresluft, Sandstrand und Last-Minute-Angebote fällt einem womöglich auch erst in letzter Minute ein, dass man neben dem Grünen Pass auch einen gültigen Reisepass braucht. Um einen neuen Pass zu bekommen, muss man derzeit Corona-bedingt vorab einen Termin auf einem der Wiener Bezirksämter vereinbaren. Hier kam es zuletzt zu längeren Wartezeiten, die Termine waren auf Wochen ausgebucht.

"Langer Dienstag" in den Bezirksämtern

"Der Andrang ist sehr groß", bestätigt Oliver Birbaumer, Sprecher der Wiener Bezirksämter, gegenüber der "Wiener Zeitung". Die Stadt Wien reagiert nun auf den großen Andrang, indem sie auf den Ämtern zusätzlich einen weiteren "langen Nachmittag" anbietet: Zusätzlich zum "langen Donnerstag" haben die Pass-Servicestellen ab sofort auch am Dienstag von 8 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet.

Außerdem werden sukzessive Termine online gestellt, wie Birbaumer erklärt: "Diese Zusatztermine werden laufend von den einzelnen Pass-Servicestellen aktualisiert, es zahlt sich also unbedingt aus, mehrmals ins Online-Anmeldesystem reinzuschauen." Näheres zur "Termin-Offensive" bei der Pass-Ausstellung wollte Birbaumer vorerst nicht verraten, da die Stadt Wien noch Details abstimmt und damit in den nächsten Tagen an die Öffentlichkeit gehen will.

"Super-Passjahr" mit einem Jahr Verspätung

Da 2020 rund ein Sechstel aller Reisepässe ausgelaufen ist, wurde bereits für das Vorjahr ein "Super-Passjahr" erwartet. Weil aber viele Menschen aufgrund der Pandemie ihren Urlaub in Österreich verbrachten, kam es nicht zu den befürchteten Engpässen.

Doch jetzt, wo sich die Infektionszahlen in vielen Ländern stabilisiert haben, steigt die Reiselust. Viele Wienerinnen und Wiener wollen nun ihre Passverlängerung nachholen, und das bekommen die Bezirksämter zu spüren. Dennoch sei der rege Andrang nichts Außergewöhnliches, sagt Birbaumer: "Wir reagieren auf die Engpässe, wie wir es jeden Sommer tun." Prinzipiell habe die Erfahrung gezeigt, dass in kleineren Ämtern innerhalb des Gürtels oftmals mehr Termine zur Verfügung stehen als etwa die großen Flächenbezirke, sagt Bezirksamt-Sprecher Birbaumer und betont, dass man zur Passausstellung nicht an das Amt im Meldebezirk gebunden ist: "Man kann seinen Pass in jeder Passbehörde in ganz Österreich ausstellen lassen." An der verpflichtenden Terminvereinbarung werde derzeit nicht gerüttelt: "Ansonsten hätten wir schnell einmal 100 Personen in 10 Quadratmeter großen Warteräumen und das geht nicht, schließlich haben wir eine Verantwortung gegenüber unseren Kunden und Mitarbeitern." Wann die Terminvereinbarung nicht mehr notwendig sein wird, hänge von den Corona-Maßnahmen ab.

Auch wenn Termine zwischenzeitlich rar gesät sind, müsse niemand um seine Reisepläne zittern, beruhigt Birbaumer: "Wir haben immer Notfalltermine." Es bestehe stets die Möglichkeit, zeitnah einen neuen Pass ausgestellt zu bekommen.