Seit 15 Jahren gibt es den Biosphärenpark Wienerwald. Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky, Forstdirektor Andreas Januskovecz und Niederösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf zogen am Montag Bilanz: In den vergangenen 15 Jahren wurden bei verschiedensten Veranstaltungen rund 250.000 Menschen erreicht, bei Schulaktionen und Umweltführungen für Schulen wurden zusätzliche 15.000 Schüler direkt einbezogen. Weiters gab es 100 Pflegeeinsätze zur Erhaltung der Artenvielfalt mit 500 Freiwilligen. Im Rahmen der Obstbaumaktionen wurden zur Erhaltung der Streuobstwiesen 3.300 Hochstamm-Obstbäume und 2.000 heimische Heckensträucher von der Bevölkerung ausgepflanzt.

Rund 50 Millionen Menschen besuchen jährlich den Wienerwald; er bietet ein mehr als 3.000 Kilometer langes Netz markierter Wege und Strecken. Von Wanderwegen und Laufstrecken über Lehrpfade, markierte Mountainbike-Routen und Radwege bis hin zu Langlaufloipen erstreckt sich das Angebot, wie am Montag betont wurde.

Bereits 2005 wurde der Wienerwald auf Initiative der Länder Niederösterreich und Wien zum Unesco Biosphärenpark erklärt. 2006 folgte dann eine 15a-Vereinbarung zum Betrieb des Biosphärenparks und es wurde die "Biosphärenpark Wienerwald Management GmbH" gegründet.

36 Prozent als Pflegezone

Im Biosphärenpark befinden sich besondere Lebensräume für Tier-, Pilz- und Pflanzenarten, die erhalten werden sollen. Gleichzeitig sei immer klar gewesen, dass es hier auch eine nachhaltige Nutzung geben soll, weshalb das Gebiet in verschiedene Zonen unterteilt wurde, wie Czernohorszky erklärte: So stehen von den insgesamt 105.000 Hektar Gesamtfläche rund 36 Prozent als Pflege- und Kernzonen unter besonderem Schutz. 2019 wurde mit der "Pflegezonen-Verordnung neu" die Pflegezonen von einem Fünftel der Fläche auf fast ein Drittel der Fläche des Biosphärenparks vergrößert und damit der grüne Kern des Biosphärenparks gesichert.

Im Naturraum Biosphärenpark findet man laut Januskovecz mehr als 20 verschiedene Wiesen- und über 30 Waldtypen sowie über 2.000 Pflanzenarten und rund 150 Brutvogelarten. Die große Artenvielfalt werde laufend beobachtet und erforscht und in Datenbanken festgehalten, die dann Grundlage für weitere Forschungen, Auswertungen und Empfehlungen seien.

In den kommenden Jahren will man den Biosphärenpark jedenfalls noch stärker als Motor für eine nachhaltige Regionalentwicklung nutzen. Dazu soll es eine Erweiterung des Netzwerkes an Partnerbetrieben und eine Stärkung der Marke "Biosphärenpark-Gemeinde/Bezirk" geben. außerdem sollen Umweltbildungsmaßnahmen weitergeführt und ausgebaut werden, wie Czernohorszky betonte.