Das Verbrennen als Wahl der Bestattung hat dermaßen zugenommen, dass die Stadt Wien nun das Krematorium in Simmering ausbaut. Der Spatenstich für ein weiteres Gebäude fand am Dienstag statt. In der Bundeshauptstadt liegt der Anteil an Feuerbestattungen aktuell bei rund 30 Prozent. Der Prozentsatz der Urnenbestattung ist von 2015 bis 2019 um fünf Prozent gestiegen, wie das Krematorium am Dienstag mitteilte.

Das historische Gebäude gegenüber dem Zweiten Tor des Zentralfriedhofs wurde 1922 von Clemens Holzmeister errichtet. Die Eröffnung des Erweiterungsbaus soll im kommenden Jahr stattfinden und somit mit dem 100-jährigen Bestehen des berühmten, orientalisch anmutenden Bauwerks einhergehen.

Offener und moderner

Die Kapazitäten des Krematoriums werden durch den Zubau erheblich erweitert, hieß es dazu in einer Aussendung. Installiert wird etwa ein neuer Kühlraum sowie ein neuer Kremationsofen. Zudem wird Angehörigen künftig ein mit modernster Technik ausgestatteter Verabschiedungsraum für Trauerfeiern zur Verfügung stehen, der auch Ausblicke in den umgebenden Grünraum ermöglicht. Anders als im bestehenden Gebäude können die Trauergäste zudem auch bei der Einfuhr des Sargs in den Ofen anwesend sein.

"Mit dem Spatenstich für die Erweiterung des Krematorium Wien beginnt eine neue Ära für die Feuerbestattung in Wien. Modernste Kremationstechnik und eine neue, helle, angenehm temperierte Verabschiedungshalle werden in einem architektonisch ansprechenden Erweiterungsbau, der hervorragend den denkmalgeschützten Bestand ergänzt, umgesetzt", sagte Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) beim am Dienstag erfolgten Spatenstich.

"Die Erweiterung des Krematoriums wird die zentrale Örtlichkeit für Feuerbestattungen in Wien enorm aufwerten sowie für die nächsten Jahrzehnte ausreichend Kapazitäten sicherstellen - und dabei höchsten Umweltstandards entsprechen", versicherte Markus Pinter, der Geschäftsführer der Bestattung und Friedhöfe Wien.

In Wien liegt der Anteil an Feuerbestattungen mit knapp über 30 Prozent noch um einiges niedriger als in den westlichen Bundesländern oder in deutschen Städten, wo der Anteil teilweise bei mehr als 90 Prozent liegt.