Nach einem Jahr Pause feiert die lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, intergeschlechtliche und queere Community heuer wieder die Vienna Pride. Unter dem Motto "Stay safe, stay proud" wird für Akzeptanz und die Stärkung der Rechte von LGBTIQ-Personen geworben. Als Highlight des zweiwöchigen Veranstaltungsreigens von 7. bis 20. Juni gilt die 25. Regenbogenparade, die coronabedingt als reine Fußgänger- und Fahrraddemo am Wiener Ring stattfinden wird.

Neben einigen Vor-Ort-Events setzen die Veranstalter auf zahlreiche digitale Angebote: "Im Programm finden sich Online-Führungen in Museen, etwa der Albertina, es gibt Online-Workshops, DJ-Livestreams aus Clubs und auch der Pride Run wird virtuell stattfinden", sagte Katharina Kacerovsky-Strobl, die Organisatorin der Vienna Pride 2021, bei der Vorstellung des heurigen Programms. Dabei gelte es heuer, nach einem Jahr Pause, ein besonders starkes Zeichen für Menschenrechte, Akzeptanz und Respekt zu setzen: "Vor allem Jugendliche haben gelitten. Es gab für sie kaum Beratungsstunden, sie konnten keine Gruppen mit Gleichgesinnten aufsuchen, Safe Spaces, wo sie sonst Anschluss finden können, waren geschlossen. Sie sollen nun sehen, sie sind nicht allein."

Auch die Stadt Wien will heuer einen besonderen Fokus auf diese Altersgruppe legen und plant die Errichtung eines queeren Jugendzentrums. Außerdem sollen Jugendliche und Kinder in Bildungseinrichtungen besser aufgeklärt werden. "Gleichstellung und Akzeptanz beginnen sehr früh, in Kindergarten und Schule", sagte Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr. "Es ist egal, wen man liebt - das muss auch in der Pädagogik dargestellt werden."

Daran, dass es auch 50 Jahre nach der Entkriminalisierung von Homosexualität in Österreich noch zahlreiche Gründe gebe auf die Straße zu gehen, erinnerte Ann-Sophie Otte, Obfrau der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien.

"Es gibt nach wie vor genug politische Forderungen. Es braucht einen vollumfassenden Diskriminierungsschutz und eine Änderung des Gleichbehandlungsgesetzes, in dem sexuelle Orientierung genauso wie Ethnie geschützt ist." Auch sei es nicht zeitgemäß, dass homosexuelle und bisexuelle Männer heute noch immer vom Blutspenden ausgeschlossen würden: "Das sind veraltete Denkmuster, die in vielen Köpfen verankert sind und sich schnell ändern sollten", sagte Otte. "Und genau darauf wollen wir mit den Veranstaltungen im Rahmen der Vienna Pride auch heuer wieder aufmerksam machen."(apa)