Nach mehrwöchiger Pause können sich seit einigen Tagen die Wiener wieder bei ihren Hausärzten gegen Covid-19 impfen lassen. Doch zufrieden ist man im niedergelassenen Bereich mit der Situation weiter nicht. Immer noch gebe es zu wenige Dosen, außerdem sei über zwei Wochen hinaus keine langfristige Planung möglich, kritisierte die Ärztekammer. Das Rathaus verweist auf eine Vereinbarung und sieht die Ärztekammer (ÄK) in der Pflicht.

"Wir haben jetzt einmal 10.000 Dosen Biontech/Pfizer geliefert bekommen, nächste Woche sind es in Summe 12.500 Dosen Biontech/Pfizer beziehungsweise Moderna. Über diese zwei Wochen hinaus haben wir keine Zusagen", ärgerte sich ein Sprecher der Wiener Ärztekammer am Donnerstag. Im Vergleich zu anderen Bundesländern werden laut ÄK in Wien nur zwei Prozent der Impfwilligen in Ordinationen geimpft, der Rest in Impfstraßen. In anderen Bundesländern sei das Verhältnis hingegen ausgeglichen - überdies werde dort seit Monaten injiziert. In Wien seien es bis dato nur wenige Wochen gewesen.

"Wiener wollen beim Hausarzt geimpft werden"

Die Ärztekammer fordert nun mit Blick auf die so wichtige Durchimpfungsrate und die größere Verfügbarkeit mehr Impfdosen. "Es gibt genügend Wienerinnen und Wiener, die von ihren persönlichen Hausärzten geimpft werden wollen", so der Sprecher.

Im Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) betonte man in einer Stellungnahme, es sei mit der Ärztekammer vereinbart worden, dass jede Woche Impfstoff für den niedergelassenen Bereich zur Seite gelegt werde. "Bedarfserhebung, Zuteilung, Auslieferung und Verimpfung obliegen der Zuständigkeit der Ärztekammer", hieß es dabei unter anderem. Auf die Grundproblematik, dass die Impfstoff-Menge per se zu wenig ist, wurde nicht eingegangen.