Volkshilfe, Pensionistenverband und Samariterbund haben sich zusammengetan, um Menschen in Einsamkeit zu helfen, wie die Präsidenten von Volkshilfe Samariterbund und Wiener Pensionistenverband  - Michael Häupl, Susanne Drapalik und Harry Kopietz - in einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärten.

Die erste gemeinsame Aktion ist das Projekt "Reden tut gut": Hier stehen Freiwillige aller drei Organisationen einsamen Menschen telefonisch "für angenehme und lockere Gespräche" in deutscher und auch in türkischer Sprache zur Verfügung. Die technische Plattform für dieses Telefon-Pilotprojekt stellt der österreichische Mobilfunker Help mobile als CSR-Beitrag kostenlos zur Verfügung.

"Covid hat viele Menschen in die Einsamkeit gestürzt. Ein Schicksal, mit dem sich niemand abfinden muss. Deshalb haben wir uns das Ziel gesetzt, Menschen ein offenes Ohr anzubieten", meinte Häupl.

Und einsame Menschen würden sich in der Regel damit schwertun, mit Fremden Kontakt aufzunehmen. "Bei einer anonymen Telefonhotline scheint das einfacher zu sein und sie plaudern dann einfach drauf los", erzählte so eine Freiwillige des Samariterbundes aus eigener Erfahrung.

"Oft leichter, in Muttersprache zu reden"

Auch in Wiens türkischer Community habe sich gezeigt, wie wichtig es ist, diesen Service auch in der Muttersprache anzubieten. "Wenn es jemandem schlecht geht, weil er einsam ist, dann fällt es ihm oft leichter, in seiner Muttersprache zu reden. Die Emotionen kommen dann direkter, weil man sich so besser ausdrücken kann", hieß es.

Insbesondere ältere Menschen hätten vor allem im Lockdown ihre sozialen Kontakte beim Einkaufen, im Park oder im Café vermisst - "die freuen sich dann über die unkomplizierte Möglichkeit für ein anonymes Telefonat."

Denn Einsamkeit, die länger andauert, mache  krank und nehme den Menschen den Lebensmut, betonte Kopietz. Gerade im Alter sei es daher wichtig, soziale Kontakte zu pflegen. "Und ein paar freundliche Worte bewirken oft wahre Wunder", so Drapalik.

Die neue Hotline ist unter der Telefonummer 01 35 844 zu erreichen. Und die Initiative "Gemeinsam statt einsam" sie richte sich gleichermaßen an alle Wienerinnen und Wiener, die sich alleine fühlen und ihrer Einsamkeit entgegenwirken, sich ehrenamtlich für die Initiative "Gemeinsam statt einsam"
engagieren oder diese durch Spenden, Kooperationen sowie im Rahmen politischer Arbeit unterstützen wollen, hieß es.