Alexander Fried (Jahrgang 1986) frönt einem ausgefallenen Hobby - genau genommen handelt es sich um die Kombination von zwei Steckenpferden und Leidenschaften. Der gelernte Medieninformatiker und nunmehrige Programmierer liebt und sammelt historische Fotos und alte Ansichten seiner Heimatstadt Wien. Weiters ist Fried auch selbst ein begeisterter Fotograf. Und weil er sich für die Geschichte und Entwicklungen seiner Heimatstadt interessiert, hatte er vor rund zehn Jahren eine interessante Dokumentations-Idee.

Auf seiner Homepage www.zeitenspruenge.at schuf er für die Besucher die Möglichkeit, alte und neue Stadtansichten der Bundeshauptstadt mit einem einfachen Mausklick interaktiv und anschaulich zu überblenden.

Die alten Fotos hat Fried oft in Archiven zusammengesucht. Die aktuellen Bilder dazu fotografiert er aus der selben Perspektive wie die alten Fotos nochmals neu. Auf seiner Seite kann man dann die neue Ansicht wie einen Vorhang über das alte Bild aufziehen und überblenden. "Ich will einfach zeigen, wie sich die Stadt verändert hat", sagt Fried zur "Wiener Zeitung".

Fotograf Alexander Fried sammelt Bildmaterial aus Wien. - © privat
Fotograf Alexander Fried sammelt Bildmaterial aus Wien. - © privat

"Das Ganze kostet recht viel Zeit, aber nicht viel Geld", meint er. Aber mit seiner Idee zielt er auch gar nicht auf Gewinn. "Ich will auf meiner Seite auch keine Werbung, Das stört das Erlebnis. Es geht mir um Freude und Spaß, für mich und alle Besucher." Der rein elektronische Betrieb kostet den Idealisten "nur 35 Euro im Jahr".

Rund 150 Zugriffe am Tag verzeichnen Frieds "zeitspruenge.at". Auf Social Media, wie Facebook und Instagram, hat er zurzeit etwa 20.000 Follower. "Wenn das Fernsehen oder Zeitungen manchmal über das Projekt berichten, dann schnellen die Zahlen so richtig in die Höhe. Das merke ich dann total", erzählt Alexander Fried.

Begonnen hat für ihn alles im Wiener Bezirk Mariahilf. Mithilfe des Museumsdirektors Erich Dimitz konnte Fried im Jahr 2011 erstmals seine Idee augenscheinlich umsetzen - zunächst lediglich mit Bezirksfotografien. Seither ist die gesamte Stadt Wien sein Dokumentationsgegenstand. Die Website entstand dann im Jahr 2018.

Fried: "Es ist ganz schwer, alte Fotos zu bekommen." Privatfotos sind ihm auch am liebsten. Denn da gibt es auch weniger Probleme mit den Fotorechten.

Doch auch die Nationalbibliothek unterstützt nun das Projekt "www.zeitenspruenge.at" seit einiger Zeit tatkräftig. Fried darf aus ihrem Bestand ausgesuchtes historisches Fotomaterial verwenden.

Alexander Fried hat jetzt noch einen gar nicht digitalen Traum: Nachdem er für seine Familie einmal ein Foto-Buch hergestellt hat, möchte er seine Website-Idee in irgendeiner Form auch in gedruckter Weise umsetzen: "Etwas Haptisches ist doch für so einen Stoff wirklich gut geeignet", sagt er. Die Zielgruppe dafür ist ihm jetzt schon klar: "Das sind nicht nur, aber vor allem ältere Leute, die vielleicht ihre Kindheit in Wien verbracht haben und das mit vielen inneren Bildern verbinden."