Ein halbes Jahr nach einem tödlichen Juwelierüberfall in Wien-Landstraße war im April ein Tatverdächtiger an der serbisch-ungarischen Grenze festgenommen worden. Mittlerweile wurden dem 20-jährigen Serben 34 zum Teil schwere Delikte nachgewiesen, berichtete Oberst Michael Mimra, Leiter des Ermittlungsdienstes des Landeskriminalamts Wien, am Freitag bei einer Pressekonferenz. Ein Komplize wurde mittlerweile in Salzburg festgenommen, einer ist auf der Flucht.

Der 74-jährige Geschäftsinhaber ist nach einer Attacke gegen den Hals und den Oberkörper gestorben. 
- © APA / WOLFGANG HAUPTMANN

Der 74-jährige Geschäftsinhaber ist nach einer Attacke gegen den Hals und den Oberkörper gestorben.

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Der 20-Jährige wurde bis dato acht Mal einvernommen, er zeigte sich zu allen Taten geständig, sagte Nina Bussek von der Staatsanwaltschaft Wien. Emotionslos schilderte er bei den Befragungen durch die Ermittler die Taten, führte Oberstleutnant Dietmar Berger vom Landeskriminalamt Wien aus. Das Motiv sei stets Habgier gewesen.

Dem Serben werden zwei Raubüberfälle auf Juweliere in Wien, drei Home-Invasions und 29 Einbrüche in Büros zur Last gelegt. Der 20-Jährige und seine Komplizen seien "brutal und emotionslos" vorgegangen, so Berger. Die Opfer erlitten "fatale Verletzungen mit Dauerschäden".

Messerstiche im Hals- und Kopfbereich

Der brutale Überfall ereignete sich am 14. Oktober 2020 in einem kleinen Juweliergeschäft auf der Landstraßer Hauptstraße. Passanten entdeckten am Abend den toten Geschäftsinhaber im Eingangsbereich. Der 74-jährige Mann war nach einer Messerattacke gegen den Hals und den Oberkörper gestorben. Die Ermittler des Landeskriminalamtes gingen von einem Raubmord aus, die Täter nahmen nämlich Schmuckstücke mit.

Wenige Tage später wurden Fotos der Verdächtigen aus einer Überwachungskamera veröffentlicht. Danach hielten sich die Ermittler bedeckt, forschten allerdings die mutmaßlichen Täter namentlich aus. Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte der Überfall eskaliert sein. Der Juwelier, ein ehemaliger Boxer, hatte sich gewehrt, da stachen die Männer zu.

Zielfahnder wussten, wo sich zumindest der 20-Jährige aufhielt. Daraufhin wurden im April 2021 die polizeilichen Maßnahmen eingeleitet und die Festnahme des mutmaßlichen Juwelierräubers veranlasst. Zwei Stunden danach wurde der Serbe von ungarischen Zielfahndern in Haft genommen. (apa)