Etwa 250 Leute erleiden jedes Jahr eine Kohlenmonoxidvergiftung in Österreich. Das berichtet das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). In Wien sind besonders Gasthermen und Durchlauferhitzer Risikofaktoren. Bereits Anfang des Jahres starb ein 38-Jähriger in Währing an einer CO-Vergiftung, nachdem das Gas aus dem Durchlauferhitzer ausgetreten war. Am Montag sind auf einem Bauernhof in der Mühlviertler Gemeinde Lasberg zwei Kinder - laut Polizei zwei und fünf Jahre alt - gestorben. Die zwei Buben und ihre 32-jährige Mutter waren am Montag reglos gefunden worden. Über den Zustand der Mutter, die wie die beiden Buben reanimiert worden war, war vorerst nichts bekannt.

Ein Unwetter hatte Sonntagabend im unteren Mühlviertel zu Stromausfällen geführt. Der Ehemann und Vater nahm daher am Montag gegen 5.30 Uhr das Notstromaggregat in Betrieb und ging zur Arbeit. Gegen 8 Uhr kam dann ein Nachbar, um das Gerät zu betanken, schilderte die Polizei. Allerdings wurde nach dem Tanken der Kellerraum nicht durchgelüftet, sodass die giftigen Gase nicht abziehen konnten. Als später die Mutter mit ihren beiden Kindern nach unten ging, atmeten sie das Kohlenmonoxid ein und wurden sofort bewusstlos.

Nicht zu sehen und
nicht zu riechen

Kohlenmonoxid ist ein heimtückisches Gas, weil es völlig farb- und geruchlos ist und dennoch in größeren Konzentrationen rasch tödlich sein kann. Die Bandbreite der möglichen Quellen reicht von Gasthermen bis hin zu Shishas. Auch Notstromaggregate, die im Zuge der Blackout-Vorsorge verstärkt empfohlen werden, können CO produzieren. Experten empfehlen, diese Geräte am besten nicht in Innenräumen zu betreiben bzw. auf eine fixe Abgasführung zu achten und Warngeräte zu verwenden.

CO bindet sich 200- bis 300-mal stärker an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen als der in der Luft enthaltene Sauerstoff. Es verdrängt den Sauerstoff und blockiert dessen Aufnahme im Blut. Das führt zu Bewusstlosigkeit, bei höherer Belastung kann das Gas auch schon binnen Minuten tödlich sein. Aber auch geringe Dosen über einen längeren Zeitraum können langfristig Gedächtnis- und Bewegungsstörungen zur Folge haben.

CO entsteht unter anderem, wenn kohlenstoffhaltige Materialien wie Holz, Holzkohle oder Gas ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr verbrennen. Mögliche Quellen sind laut Armin Kaltenegger, Leiter des Forschungsbereichs Eigentumsschutz im KfV, Klimaanlagen, Dunstabzugshauben in Verbindung mit Gasgeräten, Thermen oder sogar Shishas bzw. Griller in geschlossenen Räumen.

Notstromaggregate verfügen über einen Verbrennungsmotor, der je nach Modell mit Gas, Benzin, Diesel oder Heizöl betrieben wird, so Kaltenegger. Er empfiehlt, diese Geräte nicht in Räumen zu betreiben. Zudem lautet der Rat, sich ein CO-Warngerät anzuschaffen. Da Kohlenmonoxid fast gleich schwer ist wie Luft, soll im "Einatembereich" gemessen werden. Es empfiehlt sich daher eine Installationshöhe von etwa 1,5 bis 1,85 Meter über dem Fußboden. Der Preis für einen CO-Melder liegt meist zwischen 30 und 50 Euro.

Viele wiegen sich
in falscher Sicherheit

Generell ist die Gefahr laut einer Erhebung des KfV nicht ausreichend in den Köpfen der Menschen verankert: Mehr als die Hälfte der befragten Haushalte gaben an, keine oder nur minimale Vorsorgemaßnahmen getroffen zu haben, rund zwei Drittel mache sich auch gar keine Sorgen, dass ein Gasunfall geschehen könnte. 57 Prozent wiegen sich im irrigen Glauben, ein defektes Gasgerät am Geruch erkennen zu können.