Die "gesperrte Ausfahrt Simmering" ist ab nächster Woche endgültig Geschichte. Mit dem Aushub des letzten verbliebenen Brückenteils über der A23, der Wiener Südosttangente, am kommenden Wochenende (14./15. August) wird von der 1977 errichteten und nie in Betrieb genommenen "Anschlussstelle Arsenal" nichts mehr übrig sein. Für den Brückenaushub muss die Südosttangente zwischen Verteilerkreis Favoriten und Landstraßer Gürtel am kommenden Wochenende in den Nachtstunden in beiden Richtungen gesperrt werden.

Kein Durchkommen gibt es in der Nacht auf Samstag ab Mitternacht bis etwa 6.00 Uhr und ab 22.00 Uhr bis Sonntag 10.00 Uhr, hieß es am Dienstag bei einem Pressetermin. Zeitgleich, aber unabhängig von der Asfinag, wird auch die "Schrackbrücke", die nahe der Laaer-Berg-Straße über die A23 führt, abgerissen.

Stau wird auf Zufahrten erwartet

Der ÖAMTC erwartet Verzögerungen auf der Tangente bei den Knoten Prater und St. Marx und rechnet mit Staus rund um den Verteilerkreis, in der Laxenburger und Triester Straße sowie am Landstraßer und Wiedner Gürtel. Durchreisenden wird daher empfohlen, großräumig via Knoten Vösendorf (A2/S1), Knoten Schwechat (S1/A4) und Knoten Prater (A4/23) auszuweichen.

Die Abrissarbeiten des nie eröffneten Autobahnknotens Arsenal dauern bereits seit November 2020 an und werden Ende 2022 abgeschlossen. Von den Auf- und Abfahrtsrampen ist nur noch ein 550 Tonnen schwerer Brückenabschnitt übrig, der wegen der darunterliegenden Autobahn nicht konventionell abgerissen werden kann.

84 Meter hoher Raupenkran im Einsatz

Da aus Platzgründen auch nur von einer Seite aus gearbeitet werden kann, musste ein 84 Meter hoher Raupenkran (Demag CC 8800-1) - einer der größten Europas - eigens von der niederländischen Spezialfirma Mammoet angefordert werden. Für den Transport aus Rotterdam waren rund 100 Lkw-Fahrten, darunter 20 Spezialtransporte, nötig. Der Aufbau durch die mitgereiste, achtköpfige Mannschaft braucht rund eine Woche, in der zunächst mit kleineren Kränen 935 Tonnen schwere Gegengewichte aufgeladen werden, bevor der 84 Meter hohe Ausleger für diesen Einsatz aufgekippt werden kann. Insgesamt kostet der Einsatz des Raupenkrans die ASFINAG rund 1,5 Millionen Euro. Nachdem die Brücke aufgehoben wurde, wird sie direkt an Ort und Stelle zerkleinert. Stahl und Beton werden voneinander getrennt und anschließend recycelt.

Ursprünglich als Konten der A23 mit der A3 gedacht (dieser wurde schließlich bei Guntramsdorf, südlich von Wien, errichtet), diente die "gesperrte Ausfahrt Simmering" jahrzehntelang nur als Umkehrschleife für Asfinag und Blaulichtkräfte. Für diese wurde nun unter der Hochstraße St. Marx eine neue Betriebsumkehr errichtet. Der restliche frei gewordene Platz wird renaturiert und als öffentlich zugänglicher Park umgewidmet. (apa)