Die Wiener Einwanderungsabteilung MA 35 hat versehentlich Hunderte Wienerinnen und Wiener mit Migrationshintergrund zu einem Fest für Neo-Österreicher geladen. In dem Schreiben wurde ihnen auch zum Erhalt der österreichischen Staatsbürgerschaft gratuliert - die die meisten aber gar nicht erhalten und zum Teil auch nicht beantragt hatten, wie der "Kurier" berichtet. Grund war ein EDV-Fehler.

Der versehentliche Versand an einige hundert Personen sei "auf einen fehlerhaften Abzug aus der Datenbank zurückzuführen", wurde eine Stellungnahme der Abteilung in dem Bericht zitiert. Das EDV-System stehe kurz vor der Ablösung, mit den Betroffenen sei man bereits in Kontakt getreten.

150.000 Verfahren pro Jahr

Die MA 35 steht seit längerer Zeit in der Kritik, vor allem lange Verfahrensdauern wurden immer wieder bemängelt, die "Wiener Zeitung" berichtete. Der zuständige Stadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) hat im Frühjahr eine Reform der Abteilung angekündigt - und vor allem mehr Personal. Neue Mitarbeiter und einer telefonische Servicestelle wurden in Aussicht gestellt.

Die Abteilung bewältigt demnach rund 150.000 Verfahren pro Jahr, die mit einer Million Kundenkontakten einhergehen. Da während der Pandemie dieser Kontakt oft telefonisch oder via E-Mail erfolgen musste, hätten sich die Abläufe verzögert, wurde betont. Auch das Aufgabenspektrum sei gewachsen, führte man im Rathaus ins Treffen. So müssen auch die Brexit-Verfahren für in Österreich lebende britische Staatsbürger abgewickelt werden. Auch die Anträge auf Staatsbürgerschaft für Angehörige von NS-Opfern werden von der MA 35 abgewickelt. Die Kritik war zuletzt aber wieder aufgeflammt. Berichte, wonach das Telefon bei externen Anrufen nicht mehr abgehoben werde, sorgten hier etwa für Aufsehen.

FPÖ Wien ortet "sinnlose Geldverschwendung

Die Wiener FPÖ will nun im Gemeinderat erfragen, was es mit "Einbürgerungsfesten" der MA 35 generell auf sich hat. Man wolle wissen, wie viele solcher "Migrantenpartys" in den vergangenen Jahren stattgefunden und wie viel diese den Steuerzahlern gekostet hätten, kündigte Klubchef Maximilian Krauss in einer Aussendung an. "Offensichtlich handelt es sich hier um eine weitere sinnlose Geldverschwendung", mutmaßte er. (apa)